Wirtschaft: Warum Chinas Immobilienpreise weiter fallen
Shanghai. Vor einem Jahr lag viel Optimismus in den Worten von John Lam, Analyst bei der Bank UBS in Hongkong. Chinas Immobilienmarkt, der drei Jahre zuvor mit dem Absturz des Bauträgers Evergrande weltweit Schlagzeilen gemacht hatte, sei auf dem Weg zur Stabilisierung, sagte er damals im Handelsblatt-Interview.
Pekings Reformen und ein umfangreiches Aufkaufprogramm für Wohnungen hätten den Grundstein für eine schnelle Erholung gelegt. „Die Immobilienpreise könnten sich bis Ende 2025 stabilisieren“, lautete seine Hoffnung.
Mittlerweile ist dieser Optimismus verflogen – nicht nur bei Lam, sondern bei vielen Experten. Die Abwärtsbewegung dauert an. Trotz staatlicher Interventionen zeigt der Markt bislang kaum Erholungszeichen. Das belastet Chinas Wirtschaft.
In einem neuen Bericht von November, der dem Handelsblatt vorliegt, rechnet die UBS mit zwei weiteren Jahren des Abschwungs. Danach dürfte die Zahl der verkauften Immobilien 2026 um zehn Prozent und 2027 um fünf Prozent sinken.
Analysten erwarten weitere Preisrückgänge bei Immobilien
Die Bank ist mit ihrer Einschätzung nicht allein. Analysten von Goldman Sachs halten einen Preisrückgang um weitere zehn Prozent über zwei Jahre für wahrscheinlich, ähnlich sehen es andere Institute: „Da bei Bestandsimmobilien ein stärkeres Überangebot besteht, rechnen wir in den meisten Teilen Chinas nicht vor 2028 mit einer Preiserholung“, sagte Jeff Zhang vom Finanzdienstleister Morningstar dem Handelsblatt.