Immobilienerwerb: Steigende Zinsen bremsen das Geschäft mit Baufinanzierungen
Einige Kunden machen sich wegen Problemen bei DSL Sorgen um den Bau ihres Hauses.
Foto: dpaFrankfurt. Für die deutschen Banken gehören Baufinanzierungen seit Jahren zu den wichtigsten Einnahmequellen im Privatkundensegment. Wegen der hohen Inflation und steigender Kreditzinsen für den Kauf oder Bau von Immobilien trübt sich dieses wichtige Geschäft nun jedoch merklich ein.
Im Dezember hätten Kunden zehnjährige Baufinanzierungen noch zu einem Zinssatz von weniger als einem Prozent abgeschlossen, nun zahlten sie drei Prozent oder mehr, sagte Philipp Gossow, der den Vertrieb im Privatkundengeschäft der Deutschen Bank leitet, am Dienstag auf der Handelsblatt-Tagung „Zukunft Retailbanking“ in Frankfurt. „Das hat sich in drei Monaten wahnsinnig schnell verändert.“
Hohe Kosten: Kunden zögern mit Erwerb von Immobilien
Die Folge: Viele Kunden zögern mit dem Immobilienerwerb. Bei der Baufinanzierung gebe es ganz klar „eine Verlangsamung“, sagte Commerzbank-Privatkundenvorstand Thomas Schaufler. Neben den höheren Kreditzinsen spiele dabei auch eine Rolle, dass inflationsbedingt die laufenden Haushaltskosten potenzieller Immobilienkäufer gestiegen seien. Viele Kunden fragten sich deshalb: „Geht sich das noch aus?“
Hinzu komme, dass die Immobilienpreise bisher trotz der gestiegenen Marktzinsen nicht merklich gefallen seien, sagte Schaufler. „Die Immobilienpreise gehen noch nicht in dem Ausmaß runter, dass man sagt, das gleicht sich wieder aus.“