Aktie unter der Lupe: Tui-Anlegern droht schleichende Enteignung
Corona hat den Konzern in eine tiefe Krise gestürzt.
Foto: ReutersDüsseldorf. Die Karten für die Aktionäre des Reisekonzerns Tui sind seit vergangenen Mittwoch neu gemischt: Der Reisekonzern hat sich mit privaten Investoren, Banken und dem Bund auf ein drittes Milliarden-Hilfspaket geeinigt, auch eine Kapitalerhöhung ist geplant. Doch die Freude sollte für die Anteilseigner nicht allzu groß sein. Denn eine endgültige Rettung bedeutet das für den Konzern noch lange nicht.
Für Anleger ist es schwierig, den Überblick darüber zu behalten, welchen Wert ihre Tui-Papiere künftig besitzen werden: Das Grundkapital wird von 2,56 auf einen Euro pro Aktie herabgesetzt. Anschließend werden 500 Millionen neue Aktien im Nominalwert von einem Euro emittiert und damit das Kapital erhöht. Zudem gewährt der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) eine stille Einlage über 420 Millionen Euro, die er in Aktien umwandeln kann.
Für Anleger bedeutet das: Das 1,5 Milliarden Euro schwere Aktienkapital in der Tui-Bilanz reduziert sich durch den ersten Schritt auf 570 Millionen. Anschließend erhalten die Aktionäre die Möglichkeit, 500 Millionen neue Aktien zum Nennwert von einem Euro per Bezugsrecht zu erwerben, um ihren bisherigen Anteil zu erhalten.