Chart des Tages: Frust über OP-Roboter drückt Siemens Healthineers ins Minus
Die Aktie fiel am Mittwoch zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent.
Foto: dpaFrankfurt. Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers gibt den Einsatz der Roboter in der Kardiologie auf. Grund ist, dass die Ärzte etwa bei Herzinfarkten damit kaum arbeiten, wie Vorstandschef Bernd Montag am Mittwoch einräumte. Ein Drittel des Preises, den die Siemens-Tochter für den Operationsroboter-Spezialisten Corindus ausgegeben hat – 329 Millionen Euro –, schreibt die Firma nun ab. Die Aktie fiel am Mittwoch zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent und war größte Verliererin im Dax.
Die Hoffnung ruht jetzt auf der Weiterentwicklung der Roboter für die Neurologie, also für OPs im Gehirn nach Schlaganfällen. Bis zur Marktreife würden noch einige Jahre vergehen, sagte Montag. Der Einsatz bei Schlaganfällen sei der Hauptgrund für die rund eine Milliarde Euro teure Übernahme von Corindus vor vier Jahren gewesen. Damals hatte die Firma aus Israel noch kaum Umsätze erwirtschaftet. Mit Einsätzen bei Herzinfarkt-Operationen sollte die Zeit überbrückt werden, doch Ärzte verließen sich lieber auf ihre Hände statt auf den Joystick.