Sympatex: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlichen Millionenbetrugs
Stephan Goetz ließ einen Sprecher mitteilen, er sei sich nicht bewusst, etwas Unrechtes getan zu haben.
Foto: PRBerlin, Frankfurt, Düsseldorf. Kurz vor den bayerischen Sommerferien rückten Polizisten und Staatsanwälte zu einer Großrazzia aus. Die Strafverfolger durchsuchten mehr als 50 Büros, Kanzleien und Privathäuser. Hintergrund ist ein mutmaßlicher Millionenbetrug beim Textilunternehmen Sympatex aus Unterföhring.
Auf der Liste der Beschuldigten stehen neben Sympatex-Managern wie Rüdiger Fox prominente Namen wie ein Berater von den One Square Advisors, ein Vermögensverwalter aus Düsseldorf und zwei Juristen der Kanzlei Görg. Auch Stephan Goetz und Stefan Sanktjohanser, die Sympatex-Eigentümer, sind beschuldigt. Damit erreicht die Affäre auch einen der bekanntesten Namen der deutschen Wirtschaft: Otto.
Goetz ist mit der gebürtigen Ingvild Otto verheiratet; die Kunstsammlerin ist die älteste Tochter des Versandhausgründers Werner Otto. Ermittler verdächtigen zudem einen Geschäftsführer des Otto-Family-Office, in den mutmaßlichen Betrug verstrickt zu sein.
Die Staatsanwaltschaft München 1 bestätigte „umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen“. Am 26. Juli seien Fahnder unter anderem bei Goetz, dem Münchner Restrukturierungsberater und dem Otto-Office vorstellig geworden und hätten „zahlreiche schriftliche und elektronische Unterlagen“ beschlagnahmt. Demnach sollen 14 Männer in Betrug, Marktmanipulation und Untreue verwickelt sein.