Schwellenländer: Warum jetzt Milliarden in indische Staatsanleihen fließen
Aktuell hat Indien Staatspapiere im Wert von knapp 1,2 Billionen Dollar ausstehen.
Foto: dpaFrankfurt . Indien ist derzeit auf Siegeszug. Laut Schätzungen hat der Subkontinent China knapp als bevölkerungsreichstes Land der Welt abgelöst, zudem wird die indische Wirtschaft laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr um 6,1 Prozent wachsen und damit so schnell wie keine andere große Volkswirtschaft.
Indien profitiert von den Bemühungen Europas und der USA, sich aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von China zu lösen, sagen Ökonomen. Als Ausrichter des G20-Gipfeltreffens Mitte September ist das Land zusätzlich in den Blickpunkt gerückt.
Am Anleihemarkt dürfte Indien als Nächstes aufholen. Denn die US-Bank JP Morgan hat angekündigt, indische Staatsanleihen ab Juni kommenden Jahres schrittweise in den „JP Morgan-GBI-EM Global Diversified“-Index aufzunehmen. Dies ist der weltweit wichtigste Index für Staatsanleihen aus Schwellenländern in Lokalwährung, den viele börsengehandelte Indexfonds (ETF) nachbilden. Die Aufnahme erfolgt gestaffelt über zehn Monate hinweg.
Ende März 2025 werden indische Staatsanleihen dann ein Gewicht von zehn Prozent im Index haben und damit genauso viel wie chinesische Anleihen. Zehn Prozent sind auch das Maximalgewicht. Auch der Anbieter Bloomberg plant, Indien in seinen „Bloomberg Global Aggregate Index“ aufzunehmen.