Aktie, Anleihe, Gold: Wie die gestiegenen Anleiherenditen die Märkte treffen
Dem Goldpreis machen die über fünf Prozent gestiegenen Renditen wenig aus.
Foto: BloombergFrankfurt, Düsseldorf. Die Manager von Mischfonds aus Aktien und Anleihen fühlen sich schon seit Ende August in das unerquickliche Börsenjahr 2022 zurückversetzt. Denn wie über weite Strecken des vergangenen Jahres fallen die Kurse von Aktien und Anleihen gleichermaßen. Dabei ist eine solche sogenannte positive Korrelation eigentlich ungewöhnlich.
Doch in der Finanzwelt ist vieles ungewöhnlich, seit die Notenbanken mit ihrer rasanten Zinswende die zuvor ebenso rasant gestiegene Inflation bekämpfen. In elf Schritten hat die US-Notenbank (Fed) seit Mai 2022 die Leitzinsen auf ein Band zwischen 5,0 und 5,25 Prozent erhöht.
Damit ist zwar der Zinsgipfel nach Meinung der meisten Volkswirte und Investoren erreicht. Doch die Märkte stellen sich zunehmend darauf ein, dass die Zinsen länger auf diesem Niveau verharren. Das gilt nicht nur für die USA, sondern auch für die Euro-Zone.
Aktienrisikoprämie sinkt
Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen und vor allem die gestiegenen Anleiherenditen belasten auch die Aktienmärkte. Sie waren zwar Anfang des Jahres kräftig gestiegen, bewegten sich dann aber nur noch seitwärts. Mit dem Sprung der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe über die Marke von fünf Prozent sind nun auch die Aktienkurse deutlich unter Druck geraten.