Devisen: Brexit und Virussorgen belasten das Pfund – Es droht ein historisches Tief
Die britische Währung gab am Montagvormittag am Devisenmarkt deutlich nach.
Foto: Science Photo Library/F1onlineFrankfurt. Bei den Brexit-Verhandlungen zwischen den Briten und der EU ist eine weitere Frist verstrichen. Das Europaparlament hatte eine Einigung bis zum Wochenende gefordert, um ein Abkommen noch in diesem Jahr ratifizieren zu können. Daraus wird nun nichts mehr werden.
Zudem haben Frankreich und andere EU-Staaten wegen der raschen Ausbreitung einer Mutation des Coronavirus ihre Grenzen zu Großbritannien geschlossen. Die Insel befürchtet deshalb Versorgungsengpässe.
Beide Faktoren belasten am Montag das britische Pfund deutlich. Der Kurs gab zeitweise um mehr als ein Prozent gegenüber dem Euro und dem US-Dollar nach. Devisenexperten halten aber noch deutlich höhere Verluste für möglich, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt und Großbritannien ohne ein Abkommen aus dem europäischen Binnenmarkt ausscheidet.
„Der Markt geht bisher immer noch davon aus, dass die Klippe eines harten Brexits umschifft wird“, sagt Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann. Sollte dies nicht gelingen, hält er es für möglich, dass sich die britische Währung in Richtung der Parität zum Euro entwickelt. Aktuell notiert sie bei etwa 0,91 Pfund je Euro.