Devisen: Türkische Lira fällt auf neue Tiefstände
Die neue Notenbankchefin hat einen Kurswechsel vollzogen.
Foto: Anadolu Agency/Getty ImagesDüsseldorf. Der drastische Kursverfall der Lira setzt sich fort. Die türkische Landeswährung hat im Verhältnis zu Dollar und Euro am Dienstag neue Tiefstände erreicht. Im Gegenzug steigt die US-Währung über die Marke von 26 Lira je Dollar. Gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung notierte sie bei bis zu 28,613 Lira pro Euro.
Experten gehen nicht davon aus, dass ein Ende der Kursverluste in Sicht ist – im Gegenteil. Das liegt auch an der neuen Strategie der Notenbank.
Die türkische Zentralbank und ihre neue Chefin Hafize Gaye Erkan hatten in der vergangenen Woche den Leitzins um gleich 650 Basispunkte angehoben, von 8,5 auf 15 Prozent. Viele Ökonomen hatten angesichts der noch immer sehr hohen Inflation von rund 40 Prozent allerdings mit einer stärkeren Anhebung gerechnet.
Die nicht erfüllten Erwartungen hatten die Lira bereits nach dem Zinsentscheid auf Talfahrt geschickt. Den Analysten der Commerzbank zufolge hat die Notenbank die Chance verpasst, mit dem personellen Neuanfang auch eine glaubwürdige Neuausrichtung der Geldpolitik zu vermitteln.