Devisenmarkt: Der Fall des Yen gefährdet seinen Ruf als sicherer Hafen
Experten erwarten eine weitere Abwertung in der kurzen Frist.
Foto: ReutersTokio . In Krisenzeiten dient der japanische Yen für gewöhnlich als sichere Anlage. So herrschte in Japan seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs die Sorge, die Landeswährung könnte an Wert gewinnen. Stattdessen ist das Gegenteil eingetreten: Gegenüber dem US-Dollar gehört die japanische Währung im laufenden Monat zu den größten Verlierern.
Ausschlaggebend sind die rasant steigenden Rohstoffpreise und ihr Effekt auf die japanische Handelsbilanz. „Womöglich hat ein Teufelskreis aus sich verschlechternder Handelsbilanz und fallendem Yen begonnen“, meint der Analyst. „Daher steigt der Yen auch jetzt nicht, wo die Anleger weniger Risiko suchen.“
Japan ist ein großer Importeur von Rohstoffen, die in Dollar gehandelt werden. Allerdings: Je schwächer der Yen, desto teurer werden diese Importe – Japan muss mehr Yen aufwenden, um sich diese Importe in Dollar leisten zu können. Der Kurs der japanischen Währung sinkt also weiter. Das wiederum treibt auch das Defizit.