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Opec plusFörderverband will mehr Öl produzieren – verlangsamt Tempo aber

Die acht Staaten begründeten ihren Schritt mit der „gesunden“ Situation im Ölmarkt. Analysten sehen darin jedoch ein Risiko. Die Entscheidung sendet auch ein Zeichen an einen anderen Markt. 07.09.2025 - 16:08 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Ein Fass Erdöl: Die Opec entscheidet am Sonntag, ob die Ölförderung ausgeweitet werden soll. Foto: REUTERS

Wien. Staaten des Ölförderverbunds Opec plus wollen ab Oktober noch mehr Rohöl in den Markt pumpen. Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere Länder beschlossen eine Erhöhung ihrer Tagesproduktion um insgesamt 137.000 Barrel (je 159 Liter).

Bereits in den vergangenen Monaten hatte diese Kerngruppe die Ölhähne schrittweise aufgedreht, um vergangene Produktionsbeschränkungen im Umfang von 2,2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) wieder rückgängig zu machen.

Mit der weiteren Erhöhung beginnen die acht Staaten mit der schrittweisen Rückabwicklung einer weiteren früheren Produktionskürzung, durch die 1,65 Millionen bpd aus dem Markt genommen worden waren.

Doch die Gruppe verlangsamt das Tempo etwas: Zuletzt war das Förderziel für September um 547.000 bpd angehoben worden; der nächste monatliche Anstieg beträgt nur noch 137.000 bpd.

Die acht Staaten begründeten ihren Schritt mit der „gesunden“ Situation im Ölmarkt, „stabilen globalen Wirtschaftsaussichten“ und niedrigen Öl-Lagerständen. Zu der Gruppe gehören neben Saudi-Arabien und Russland auch Algerien, der Irak, Kasachstan, der Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Ölpreise waren vor Entscheidung gefallen

Die Ölpreise gaben nach einem enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht nach, der auf eine gedämpfte Nachfrage aus der größten Volkswirtschaft der Welt hindeutet. Auch die erwartete Produktionssteigerung aus den Reihen der Opec plus hatte auf die Preise gedrückt.

Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November zuletzt 65,69 US-Dollar – 1,30 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Oktober sank um 1,33 Dollar auf 62,15 Dollar.

Rohstoff-Analysten hatten im Vorfeld vor einer weiteren Ausweitung der Förderung gewarnt. Bereits jetzt liefere die Opec plus deutlich mehr Öl, als der Markt benötige, hieß es etwa von den Fachleuten der Commerzbank.

Druck durch US-Präsident Trump

Das Kartell aus den Mitgliedern der Opec und weiteren Förderstaaten wie Russland hatte seit April seine früheren Förderkürzungen zurückgenommen. Unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump, die Ölpreise zu senken, wurden die Quoten bereits um rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag erhöht. Die Preise gaben jedoch kaum nach, da westliche Sanktionen gegen Russland und den Iran das Angebot verknappen.

Rohstoffe

Gold, Öl, Kupfer und Zölle – wie Donald Trump die Preise beeinflusst

Die Entscheidung der Opec dürfte auch den Ton für Asiens größte Versammlung von Ölmanagern in Singapur in dieser Woche setzen. Die Entscheidung wird die Händler und Führungskräfte auf der APPEC-Konferenz in Singapur vor die Frage stellen, welche Folgen das zusätzliche Angebot auf einen Markt hat, der sich bereits jetzt darauf einstellt, bis ins Jahr 2026 hinein mehr Öl zur Verfügung zu haben, als benötigt wird.

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„Es ist eine weitverbreitete Ansicht, dass es am Ölmarkt Ende des Jahres einen deutlichen Überschuss geben wird“, sagte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei ING Groep NV in Singapur. „Allerdings sollte man immer vorsichtig sein, wenn alle dieselbe Meinung vertreten – insbesondere angesichts der zahlreichen Unsicherheiten in Gestalt von Präsident Trump.“

Zu Trumps Zollmaßnahmen zählten auch aggressive Strafen gegen Indien. Die Zölle auf indische Waren waren auf bis zu 50 Prozent angehoben worden, auch wegen Indiens Rolle im Handel mit russischem Erdöl. Die Strafzölle haben Indiens Regierung verärgert und das Land näher an den langjährigen Rivalen China herangeführt.

awe, rtr, Bloo
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