Rohstoffe: Opec plus schockt die Märkte – Ölpreis könnte in Richtung 100 Dollar steigen
Einem Analysten zufolge könnte die Drosselung der Ölproduktion dazu führen, dass sich der Ölpreis um zehn Dollar je Barrel erhöht.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Förderkürzung des Ölverbunds Opec plus hat viele Marktteilnehmer unvorbereitet getroffen. Der Preis pro Barrel Öl stieg in der Nacht zum Montag um bis zu acht Prozent an, pendelte sich im weiteren Handelsverlauf bei einem Plus von sechs Prozent ein. Die Nordseesorte Brent kostete damit fast 85 Dollar, die US-Sorte WTI liegt über 80 Dollar.
Die überraschende Entscheidung lässt aber nicht nur die Ölpreise steigen. Gleichzeitig wächst die Sorge, wie sie sich auf die Inflation und die Geldpolitik auswirkt – und vor allem, wie es jetzt um das Verhältnis von den USA zum weltweit größten Ölproduzenten Saudi-Arabien bestellt ist. Zumindest der deutsche Aktienmarkt gibt sich aber unbeeindruckt und notiert nahezu unverändert.
Die Allianz der Ölexportstaaten um Saudi-Arabien und Russland hatte am Sonntagabend unerwartet angekündigt, ihre Ölproduktion ab Mai um insgesamt 1,15 Million Barrel pro Tag zu senken. Da auch Russland seine Förderung kürzt, werden nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg ab Juli etwa 1,6 Millionen Barrel pro Tag weniger Rohöl auf dem Markt sein als bisher erwartet.