Sanktionen gegen Russland: Goldexporte sollen Putins Kriegskasse aufbessern – So will die Schweizer Goldindustrie das verhindern
Die Schweizer Goldaffinerien mühen sich um Transparenz.
Foto: Getty Images, dpa, ReutersMendrisio, Balerna. Vor der Weiterverarbeitung muss das Gold, das in unscheinbaren Holzkisten über Tausende Kilometer ins Schweizer Mendrisio gekommen ist, erst mal zum PCR-Test. Mit diesem ersten von mehreren Schritten wollen sie hier bei Argor-Heraeus, einem der weltgrößten Goldverarbeiter, die Echtheit der genannten Herkunft überprüfen. Eine Mine in Südamerika steht handschriftlich vermerkt auf den Transportkisten. Aber wie sicher ist das schon in Zeiten wie diesen?
Schließlich soll viel Gold aus dubiosen Quellen unterwegs sein, das über eine Verarbeitung in einer Schweizer Affinerie zu einem seriösen Rohstoff werden könnte. Etwa solches aus russischem Besitz, das die großen Schweizer Goldverarbeiter – die wichtigsten der Welt – auf keinen Fall mehr untergejubelt bekommen wollen.
Seit Jahren stehen die Affinerien unter Druck, transparenter zu werden. Ging es früher darum, Gold aus Raubbau auszusortieren, steht nun die Russland-Frage im Vordergrund. Das Land ist nach China der zweitgrößte Goldproduzent der Welt und nutzt das Edelmetall, um seinen Angriffskrieg mitten in Europa zu finanzieren. Entsprechend wollen westliche Staaten genau das verhindern.