Börse Asien: Spannungen mit den USA drücken Chinas Börsen
Die Anleger in China gehen in Deckung.
Foto: Getty Images News/Getty ImagesTokio. Wieder aufgeflammte Spannungen mit den USA haben den chinesischen Börsen am Mittwoch zugesetzt. Außerdem wirkte die Enttäuschung darüber nach, dass die Zinssenkung der chinesischen Notenbank PBoC geringer als erhofft ausgefallen ist.
Dies drückte die Börse in Shanghai 0,6 Prozent ins Minus auf 3221 Punkte. Der Hongkonger Leitindex verlor knapp zwei Prozent auf 19.239 Zähler.
„Wenn die Politik keine konzertierten Bemühungen zur Belebung der Privatwirtschaft unternimmt, könnte sich das langfristige Wachstum noch stärker verlangsamen als bislang gedacht“, warnten die Analysten der Bank Morgan Stanley. Auf die Stimmung drückten außerdem Aussagen von US-Präsident Joe Biden, der den chinesischen Staatschef Xi Jinping mit einem Diktatoren gleichsetzte.
Kurz zuvor hatte US-Außenminister Antony Blinken versucht, bei einem Besuch in der Volksrepublik die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern zumindest etwas zu verbessern. Gegen den Trend an den asiatischen Märkten legte der japanische Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 33.586 Stellen zu.
„Nach den jüngsten Kursrücksetzern nutzten Schnäppchenjäger die Gelegenheit zum Einstieg“, sagte Shoichi Arisawa, leitender Analyst beim Brokerhaus IwaiCosmo. „Dieser Appetit wird die Aufwärtsdynamik des Nikkei aufrechterhalten.“ Allerdings sei nur mit einem allmählichen Anstieg zu rechnen.
Bei den Einzelwerten gehörte Softbank mit einem Plus von 3,3 Prozent zu den Favoriten. Firmenchef Masayoshi Son kündigte bei der Hauptversammlung des Technologie-Investors an, wegen der rasanten Entwicklung bei Künstlicher Intelligenz (KI) in den „Angriffsmodus“ schalten zu wollen.