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Börse New YorkWall Street dreht zum Handelsschluss leicht ins Minus – Powells Worte auf der Goldwaage

Die Anleger sorgten sich, dass sich die USA auf eine Rezession zubewegt. Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt gehörten Ölkonzerne wie Exxon und Chevron. 22.06.2022 - 23:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Schon vor Börseneröffnung erwarteten die Profis einen schlechten Start in den Tag.

Foto: Xinhua / eyevine / laif

New York. Die halbjährliche Anhörung des US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem Kongress war am Mittwoch das zentrale Thema an der Wall Street. Die US-Börsen haben mit leichten Kursverlusten geschlossen. Positiv aufgenommene Aussagen des US-Notenbankchefs zur Geldpolitik verhinderten größere Abschläge an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones ging 0,2 Prozent tiefer auf 30.483 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 11.053,08 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,1 Prozent auf 3759 Punkte ein.

Powell bekannte sich bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress zu weiteren zügigen Zinserhöhungen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig versuchte er, Konjunkturängste zu dämpfen. „Wir versuchen nicht, eine Rezession zu provozieren und wir werden es wohl auch nicht müssen“, fügte der US-Notenbankchef hinzu.

„Das ist aber kein 'Wir-tun-was-immer-nötig-ist'-Bekenntnis, das man als Vorzeichen besonders aggressiver Zinserhöhungen erwarten würde“, sagte Volkswirt Thomas Simons von der Investmentbank Jefferies. Daher gab der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, seine anfänglichen Gewinne ab und verlor 0,2 Prozent auf 104,17 Punkte.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, die Fed könnte mit überzogenen Zinserhöhungen die Konjunktur abwürgen. Vollständig zerstreuen konnte Powell diese Ängste nicht, weshalb US-Staatsanleihen gefragt blieben. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 3,151 Prozent.

Vor dem Hintergrund der fallenden Rohstoffpreise flogen auch Aktien der Ölkonzerne und Bergbaufirmen aus den Depots. So rutschten die Titel des weltgrößten börsennotierten Kupfer-Förderers Freeport-McMoran um fast acht Prozent ab. Ölkonzerne wie Exxon und Chevron verbuchten Kursverluste von bis zu 4,3 Prozent. Die Branche liegt im Clinch mit der US-Regierung. Präsident Joe Biden hatte unter Hinweis auf Rekordgewinne eine Ausweitung der Raffinerie-Kapazitäten gefordert, um den Anstieg der Benzinpreise zu stoppen.

An der Wall Street sinken die Rohstoffpreise, doch der Inflationsdruck scheint etwas abzuflauen. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille, kommentiert Markus Koch das aktuelle Börsengeschehen.

Einzelwerte im Fokus

Netflix: Die Aktien des Streaming-Anbieters Netflix waren im US-Handel mit einem Kursplus von 4,67 Prozent bei Anlegern gefragt. Händler führen dies auf einen Bericht im „Wall Street Journal“ zurück, wonach Comcast, NBC Universal oder Google Partner von Netflix bei einer neuen, werbegestützten Abo-Option zum vergünstigten Preis werden könnten. Von den Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Netflix gab für das erste Quartal einen Verlust von 200.000 Abonnenten bekannt. Vorhergesagt hatte der Konzern 2,5 Millionen Neukunden. Wettbewerber wie Disney+ bauen ihre Angebote aus. Zudem konkurriert der Streaming-Anbieter mit Video-Websites wie Youtube und Tiktok sowie anderen Unterhaltungsangeboten.

eBay: Anleger honorieren die Übernahme der NFT-Börse KnownOrigin durch eBay. Die Aktien des Online-Marktplatzes stiegen an der Wall Street um 1,99 Prozent. Finanzielle Details seien zwar nicht genannt worden, schreibt Analyst Sean Dunlop vom Research-Haus Morningstar. Da KnownOrigin aber zu den kleinen Börsen für Non-Fungible Token (NFT) zähle, habe eBay die Firma sicher zum Schnäppchenpreis ergattert. Bei dem Kauf sei der Zugriff auf die Technologie von KnownOrigin offenbar der entscheidende Punkt. NFTs sind Echtheitsnachweise für digitale Objekte wie Bilder, Videos oder Musikstücke.

Altria: Unter Verkaufdruck gerieten die Papiere von Altria, die mehr als neun Prozent einbrachen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge könnte die US-Gesundheitsbehörde FDA im Tagesverlauf ein Verkaufsverbot für die E-Zigarette Juul verkünden. Dieser Schritt wäre eine Überraschung, kommentierte Analystin Vivien Azer vom Vermögensverwalter Cowen. Sie rechne aber mit einem Einspruch des Tabak-Konzerns, der unter anderem „Marlboro“-Zigaretten anbietet. Bis zu einer endgültigen Klärung würden Juul-Produkte wohl auf dem Markt bleiben.

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Stil Revlon: Kleinanleger legten sich erneut in großem Stil Revlon ins Depot. Die Aktien der insolventen Kosmetikfirma stiegen an der Wall Street um 34,3 Prozent auf 8,14 Dollar. Damit haben sie ihren Kurs binnen weniger Tage vervierfacht. Das Unternehmen gehört zu den am meisten erwähnten Werten in einschlägigen Internet-Anlegerforen.

Kellog: Die Aktien von Kellogg, des weltweit größten Herstellers von Getreideprodukten, hatten noch am gestrigen Tag von der Nachricht profitiert, dass der Hersteller von Frühstücksflocken in drei börsennotierte Unternehmen aufgespalten werde. Doch am Mittwoch gaben die Aktien bereits vorbörslich um ein Prozent nach, verloren im Tagesverlauf dann 1,37 Prozent. Auch Analyst Ken Goldman von JPMorgan äußerte sich skeptisch, ob das Vorhaben den Aktienkurs durch die Aufspaltung positiv zu beeinflussen, gelingen könne. Denn das könne womöglich an der Bewertung gar nicht so viel ändern, schrieb er.

rtr
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