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Dax aktuell Dax schließt schwächer – Aktien von Siemens und VW gefragt

Der Leitindex scheitert erneut an der Marke bei 14.000 Punkten – und steckt weiterhin in der Korrekturphase. Dennoch spricht vieles gegen ein baldiges Ende der Rally.
22.01.2021 - 12:57 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt geht es abwärts: Zum Wochenschluss schließt der Dax 0,2 Prozent im Minus bei 13.874 Zählern. Damit scheiterte der deutsche Leitindex wie bereits am Vortag an der Marke von 14.000 Punkten.

Insgesamt ist die Handelswoche aber erfreulich verlaufen: Der Dax war am Montag mit 13.701 Zählern gestartet und legte in der Spitze mehr als 300 Punkte zu. Letztendlich stimmte die Prognose der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment vom vergangenen Montag, die eine fortgesetzte Korrektur in dieser Handelswoche als Szenario mit der größten Wahrscheinlichkeit voraussagte.

Ein Ende dieser Korrektur seit dem Rekordhoch mit 14.132 Zählern am Freitag vor zwei Wochen ist noch nicht in Sicht. „Beim Dax ist der Deckel drauf“, meint Verhaltensökonom Joachim Goldberg nach Auswertung der Anlegerumfrage der Börse Frankfurt. Er erwartet Gewinnmitnahmen spätestens im Bereich von 14.150 bis 14.200 Zählern, mit größerer Nachfrage sei erst wieder im Bereich von 13.450 bis 13.500 Zählern zu rechnen.

Ein Lieblingsthema in verschiedenen Börsenbriefen und sogar bei internationalen Fondsmanagern ist laut der Umfrage der Bank of Amerika das Thema einer sogenannten Blase an den Börsen, die bald platzen soll – die Kurse also demnächst deutlich abrutschen werden. Dabei wird stets die schöne Börsenregel zitiert: „Eine Hausse wird in der Panik geboren, wächst in der Angst, reift im Optimismus und stirbt in der Euphorie“.

Hinzu kommt der Begriff Dienstmädchenhausse. Letzteres ist eine Bezeichnung für steigende Börsenkurse, die vor allem durch Käufe wenig informierter Kleinanleger getragen werden und die letzte Phase einer Spekulationsblase anzeigen können.

Als Begründung, dass der Markt insgesamt euphorisch sei, werden die Entwicklungen verschiedener Einzelwerte genannt. Sei es die Rally von US-Technologiewerten wie Tesla, aber auch kuriose Kurssprünge bei kleineren Papieren wie Heidelbergdruck, deren Kurs in den vergangenen drei Monaten um knapp 150 Prozent stieg.

Was an der Betrachtung stimmt: Am Markt sind viele junge Trader aktiv, die im Zuge der Corona-Rally seit Mitte März eingestiegen sind. Im Gegensatz zu den Akteuren, die länger am Markt aktiv sind und aufgrund des vorherigen Corona-Crashs ihre hohen Verluste verarbeiten mussten, können die Neuen unbekümmert handeln und erzielten vermutlich hohe Gewinne.

Was aber gegen ein schnelles Ende der Rally spricht: Von einer richtigen Euphorie ist derzeit noch wenig zu sehen. Zwar herrscht großer Optimismus unter den Investoren, der ist aber noch nicht überschwänglich. Zudem kann Euphorie unter den Anlegern lange anhalten. Das zeigte sich beispielsweise vor 20 Jahren, als die sogenannte Technologieblase platzte.

Auch damals kamen viele neue Trader an die Börse. Ab Mitte 1999 vervielfachte sich innerhalb weniger Monate die Börsenbewertung zahlreicher Unternehmen durch eine deutlich erhöhte Nachfrage. Den Schlusspunkt bildete eine Jahresendrally im Jahr 1999, als der Dax nach einem freundlichen Börsenjahr innerhalb weniger Monate um weitere 40 Prozent zulegen konnte. Von solch einem ähnlichen Szenario ist der Aktienmarkt noch weit entfernt.


Siemens-Aktie nahe am Rekordhoch, Siltronic-Anleger setzen auf höheres Angebot

Siemens: Bei der Aktie griffen Investoren zu. Die Papiere des Technologiekonzerns stiegen um 7,2 Prozent. Damit lag das Papier nahe an dem Rekordhoch von 133,50 aus dem Jahr 2017. Die vorgelegten Geschäftszahlen hätten die Markterwartungen durch die Bank übertroffen, lobte Analyst Philip Buller von der Berenberg Bank. Das sei umso bemerkenswerter, da Siemens in der Vergangenheit gelegentlich enttäuscht habe.

Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 145 Euro. Von Jefferies hieß es, im Segment Digital Industries sei die Profitabilität beeindruckend hoch gewesen. Höhere Ziele des Industriekonzerns für das gesamte Geschäftsjahr seien nun „sehr realistisch“.

Pro Sieben Sat 1: Die Titel verteuerten sich um 4,6 Prozent. Die TV-Senderkette habe mit ihrem Quartalsergebnis die Analystenprognosen und die eigenen Ziele deutlich übertroffen, kommentierte Analyst Daniel Kerven von der Bank JP Morgan. Ein Aktienhändler bezeichnete das Pro-Sieben-Ergebnis als gutes Omen für die anstehenden Zahlen des Rivalen RTL, dessen Papiere 1,4 Prozent zulegten.

Siltronic: Der taiwanische Chipkonzern GlobalWafers erhöht seine Übernahmeofferte für den Münchener Konkurrenten Siltronic. Geboten werden nun 140 Euro pro Aktie. Alle sonstigen Bedingungen des Übernahmeangebots blieben unverändert. Die Annahmefrist endete wie vorgesehen am 27. Januar 2021. Die im MDax notierten Siltronic-Aktien legten 3,71Prozent auf 145,2 Euro zu.

Die ursprüngliche Offerte von 125 Euro pro Aktie war bei den Aktionären nur auf wenig Anklang gestoßen, obwohl Vorstand und Aufsichtsrat von Siltronic die Annahme empfohlen hatten. Bis zum vergangenen Freitagabend hatten nach Angaben von GlobalWafers nur 0,05 Prozent der freien Aktionäre die Offerte angenommen. Das taiwanische Unternehmen hat sich bereits 35 Prozent direkt vom Siltronic-Großaktionär Wacker Chemie gesichert, peilt aber mindestens 65 Prozent an.

Hello Fresh: Die Aktie des Kochboxen-Versenders hat am Freitag ein neues Rekordhoch erklommen. Der neue Höchststand liegt bei 69,45 Euro. Vermutlich beflügelt die Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen den Kurs. Denn keiner weiß wann die Restaurants wieder öffnen und weniger Personen Kochboxen kaufen. In den vergangenen drei Monaten stieg der Hello-Fresh-Kurs um mehr als 30 Prozent.

Volkswagen: Der Volkswagen-Konzern ist noch vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen. Wie der Autokonzern am Freitag mitteilte, wird auf der Basis vorläufiger Zahlen für 2020 ein operativer Gewinn (ohne Sonderlasten wie aus der Dieselaffäre) von zehn Milliarden Euro erwartet. Das entspricht fast einer Halbierung des operativen Gewinns aus dem Vorjahr. Hoffnung macht ein starkes viertes Quartal. Die Aktien der Wolfsburger legten 1,88 Prozent zu.

Kursrutsch beim Bitcoin

Auch für Bitcoin ging es erneut bergab. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise rutschte auf 26.691 Dollar ab, nachdem sie vor wenigen Wochen noch ein Rekordhoch von knapp 42.000 Dollar erreicht hatte. „Die aktuelle Korrektur ist ein Segen für diejenigen, die die vorangegangene Rally verpasst haben“, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Die Hausse sei alles andere als vorüber. Ein Kurs von 80.000 Dollar sei durchaus drin.

Was die Charttechnik sagt

Die derzeitigen Leitplanken für den deutschen Leitindex sind fest umrissen: Auf der Unterseite steht die Marke von 13.500 Punkten im Fokus. Mittelfristig agierende Anleger können je nach Strategie und Risikobereitschaft ihre Stop-Loss-Marke in diesem Bereich einziehen. Kurse unterhalb von 13.672 Punkten, das Korrekturtief seit dem Rekordhoch, wären das erste Indiz für ein Abrutschen in Richtung 13.500 Zähler.

Auf der Oberseite ist das Rekordhoch von 14.132 Zählern der erste Widerstand. Darüber dient für die technischen Analysten der Bank HSBC die Marke von 14.228 Punkten als nächste Anlaufstelle, die nicht mehr weit entfernt ist vom aktuellen Rekordhoch mit 14.132 Zählern. Aus charttechnischer Sicht lässt sich in den kommenden Tagen und Wochen aber auch ein Kursziel von zunächst 14.700 Zählern ableiten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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