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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Anleger nach Fed-Ankündigung in Kauflaune – Dow schließt leicht im Plus

Die US-Notenbank kündigt einen Strategieschwenk an und heizt die US-Börsenrallye damit weiter an. Während der Dow leicht zulegt, verliert der Nasdaq.
27.08.2020 - 22:55 Uhr Kommentieren
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Quelle: dpa
Die New Yorker Börse an der Wall Street

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.

(Foto: dpa)

New York Die US-Börsen haben nach einer Achterbahnfahrt am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Die Aussicht auf eine längere Zeit mit niedrigen Zinsen in den USA unterstützte die Kurse. Bei den Hochtechnologiewerten war dagegen nach einer tagelangen Rekordjagd die Luft raus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 28.492 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab indes 0,3 Prozent auf 11.625 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,2 Prozent auf 3484 Punkte zu.

US-Notenbankchef Jerome Powell kündigte am Donnerstagnachmittag einen Strategiewechsel der Federal Reserve an: Statt eines starren Inflationsziels von zwei Prozent, ist das neue Ziel ein langfristiger Durchschnitt der Teuerungsrate bei zwei Prozent. Kurzzeitig kann der Wert also auch darüber oder darunter liegen, ohne dass die Notenbank neue Zinsschritte beschließt.

Laut Chefökonom Uwe Burkert von der LBBW könnte der Strategieschwenk dazu führen, dass ein Ausstieg aus der derzeit ultralockeren Geldpolitik noch weiter auf die lange Bank geschoben wird: „Selbst wenn die US-Wirtschaft nach der Coronakrise in einen stabilen und anhaltenden Aufschwung einschwenkt“, so der Experte.

Ralf Umlauf von der Heleba sieht im Strategieschwenk eine mittelfristige Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik. „Denn mit der Möglichkeit, nach einer Phase niedriger Inflation eine Phase höherer Teuerungsraten zuzulassen, ist der Druck reduziert, mit Zinserhöhungen gegenzusteuern. Insbesondere die mittel- und langfristigen, durchschnittlichen Inflationserwartungen sollten vor diesem Hintergrund zulegen, zumal sie trotz der Erholungen im historischen Vergleich noch immer als niedrig einzustufen sind.“

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    Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets beurteilt den Schritt mit Skepsis: „Ob dies den Marktteilnehmern und ihren Erwartungen genügt, wird sich erst später zeigen.“ Einige Marktteilnehmer seien der Meinung, dass der neue Ansatz zu mehr Unsicherheit statt Transparenz führe, sagte Razaqzada. „Märkte mögen normalerweise keine Unsicherheit“, fügte er hinzu.

    Der Dollar zeigte sich nach der Fed-Ankündigung uneinheitlich. Nach der Rede geriet die Währung zunächst unter Druck. Im Laufe des Nachmittags drehte der Kurs wieder 0,2 Prozent in Plus.

    Auch die neuen Daten des US-Wirtschaftsministeriums geben Grund zu verhaltenem Optimus: Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr zwar um 31,7 Prozent eingebrochen, damit allerdings weniger stark, als ursprünglich angenommen. Ökonomen sehen die weltgrößte Volkswirtschaft inzwischen aber wieder auf Wachstumskurs. „Nach dem Einbruch im April hat die US-Wirtschaft seit Mai wieder deutlich zugelegt“, heißt es in einer Analyse der Commerzbank. „Die zwischenzeitliche zweite Welle an Neuinfektionen im Juni/Juli hat die Erholung nur verlangsamt, aber nicht zum Stillstand gebracht.“

    Die Geschwindigkeit der Erholung hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Konsumneigung der Amerikaner ab. Vergangene Woche meldeten sich erneut mehr als eine Million Amerikaner arbeitslos. Das sind zwar 100.000 weniger als in der Vorwoche, dennoch bleibt die Zahl außergewöhnlich hoch.

    Besonders Technologie-Aktien konnten in den letzten Wochen von der Coronakrise profitieren und haben mit positiven Geschäftsaussichten die Märkte beflügelt. Der technologielastige Index Nasdaq erreichte gestrigen Mittwoch ein Rekordhoch. Anders sieht es bei den Konsumgüterkonzernen aus, besonders in der Luxusbranche.

    Einzelwerte im Fokus:

    Abbott: Die Zulassung eines Corona-Schnelltests kommt bei den Aktionären des US-Medizinausrüsters gut an. Die Aktien legten am Donnerstag im US-Handel fast acht Prozent zu und steuern damit auf ein Rekordhoch zu. Die US-Pharmaaufsicht FDA gab grünes Licht für den Einsatz eines Schnelltests in den USA, der binnen 15 Minuten eine Corona-Infektion anzeigen kann. Abbott kündigte an, den Test für jeweils fünf Dollar zu verkaufen und ab Oktober monatlich 50 Millionen auszuliefern. Die Tests stellen nach Einschätzung von Eric Coldwell, Analyst bei Baird, möglicherweise eine Trendwende in der Pandemie-Bekämpfung dar. Auch JP Morgan-Analyst Robbie Marcus sieht darin ein Mittel, das letztlich die Rückkehr zur Normalität ermöglichen könnte.

    Coty: Die Corona-Pandemie hat den US-Kosmetikkonzern der deutschen Milliardärsfamilie Reimann hart getroffen. Der Umsatz brach im Zeitraum April bis Juni um 56 Prozent auf rund 922 Millionen Dollar ein. Netto reduzierte sich im vierten Quartal des Bilanzjahres 2019/20 der Verlust auf 772,8 Millionen Dollar von zuvor 2,8 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren allerdings Abschreibungen von rund drei Milliarden Dollar angefallen. Das Papier rutscht mehr als acht Prozent ab.

    Tiffany: Die US-Juwelierkette hat in der Coronakrise einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Nettogewinn fiel im Quartal auf knapp 32 Millionen Dollar von 136,3 Millionen im Vorjahr, lag allerdings über den Erwartungen von Analysten. Die Erlöse sanken um 29 Prozent auf 747,1 Millionen Dollar. Der Vorstand setzt nun auf eine Erholung in Asien. Die Erlöse seien im August leicht gestiegen, da sich China zunehmend erhole, hieß es. Die Aktie legte 1,4 Prozent zu.

    Walmart: Gefragt waren die Aktien von Walmart mit einem Kursaufschlag von 4,5 Prozent. In das Rennen um den US-Ableger des chinesischen Kurzvideo-Diensts TikTok kommt Bewegung. Die amerikanische Supermarktkette Walmart teilte mit, sie werde sich einem Gebot von Microsoft anschließen. Präsident Donald Trump hatte den TikTok-Eigner ByteDance ultimativ aufgefordert, sein US-Geschäft zu verkaufen. Trump fürchtet nach eigenen Worten Risiken für die nationale Sicherheit, weil US-Nutzerdaten Chinas Regierung zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Anteilsscheine von Microsoft rückten um 2,5 Prozent vor.

    Beyond Meat: Positiv fielen noch die Aktien von Beyond Meat mit einem Kursanstieg um 5,3 Prozent auf. Der Fleischersatz-Spezialist kündigte die Einführung einer neuen Online-Plattform an, die Verbrauchern auf direktem Wege den Bezug von Produkten ermöglichen soll. Analyst Benjamin Theurer von Barclays glaubt, dass durch den Vorstoß Marktanteilsgewinne und eine bessere Durchdringung in den Haushalten erreicht werden kann.

    American Airlines und United Airlines: Allgemein stark gefragt waren am Donnerstag auch die Aktien aus der Luftfahrt- und Reisebranchen. Hier machte der Abbott-Erfolg Hoffnung, dass günstige Massentests das Geschäft wieder beleben können. Für die an der Nasdaq gelisteten Aktien von American Airlines und United Airlines ging es um bis zu 5,8 Prozent nach oben.

    Mehr: Wie der Handelstag an der Börse in Frankfurt verlief, lesen Sie hier.

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