1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Marktberichte
  5. Wall Street: US-Börsen weiter unter Druck

Dow Jones, Nasdaq, S&P 500US-Börsen schließen trotz neuer Fed-Maßnahmen im Minus

Ein neues Fed-Krisenpaket federt den Abwärtstrend der Börsen nur kurz ab. Anleger sehen die Bekämpfung der Pandemie in den USA zunehmend kritisch.Catiana Krapp, Tom Körkemeier 23.03.2020 - 21:34 Uhr

Das Börsenparkett ist wegen der Corona-Pandemie zeitweise geschlossen.

Foto: AFP

New York/Düsseldorf. Die USA rücken zunehmend ins Zentrum der Coronakrise. Während die Infektionszahlen steigen, können sich Regierung und Kongress bisher nicht auf ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stützung der Wirtschaft einigen. Neue Hilfen der US-Notenbank verpufften deshalb am Montag an der Wall Street.

Der Dow Jones Industrial verlor rund drei Prozent auf 18.592 Punkte. Er weitete die Verluste der desaströsen Vorwoche aus und fiel auf den tiefsten Stand seit November 2016.

Der marktbreite S&P 500 ging mit einem Rückschlag von 2,9 Prozent auf 2237 Punkte aus dem erneut von starken Schwankungen bestimmten Handel. Der technologielastige Nasdaq Composite sank um 0,3 Prozent auf 6860 Punkte.

Die Papiere von Boeing legten 11,2 Prozent auf rund 106 US-Dollar zu. Börsenhändlern zufolge werteten einige Anleger den Stopp der Flugzeugproduktion im US-Bundesstaat Washington offenbar als eine gute Nachricht, weil sich dadurch Geld sparen ließe. Zuletzt war es mit den Papieren des Airbus-Rivalen stetig bergab gegangen.

Ein neues, historisches Maßnahmenbündel der US-Notenbank Fed gab den Anlegern nur vorübergehend wieder etwas Zuversicht: Die Fed kündigte am Montag eine weitere, massive Ausweitung ihrer Wertpapierkäufe an. Sie will demnach unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte, mit Hypotheken besicherte Wertpapiere kaufen. Außerdem will sie künftig auch Studien- oder Kreditkartenkredite als Sicherheiten für die Geldvergabe an Geschäftsbanken akzeptieren. Mit diesem neuen Maßnahmen solle unter anderem der Kreditfluss an Haushalte und kleine Unternehmen unterstützt werden.

„Die Fed geht aufs Ganze“, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Mit den Maßnahmen springe die Notenbank aber nicht nur der Wall Street bei, sondern versuche, auch den US-Bürgern unmittelbar zu helfen. Auch scheine sich die Fed dazu entschlossen zu haben, angesichts des stark steigenden Dollar-Kurses nun auf radikale Maßnahmen zu setzen.

Scott Brown, Chefvolkswirt beim Finanzdienstleister Raymond James, kommentierte in Bezug auf die Fed: „Sie werfen jetzt alles in die Waagschale. Diese Maßnahmen alleine machen noch nichts gegen das Virus – das ist das große Problem. Sie helfen, aber wir benötigen immer noch Konjunkturhilfen, und wir brauchen viele davon. Wir müssen es zu den Leuten lenken, die wirklich leiden werden.“

Auf Regierungsebene waren zuvor in den USA die Verhandlungen um ein Konjunkturpaket in Höhe von mehr als einer Billion Dollar (900 Milliarden Euro) ins Stocken geraten. Die Demokraten hatten das anvisierte Rettungspaket im ersten Anlauf blockiert.

Goldman mit pessimistischer Prognose

Immer stärker rücken die USA im Zuge der Coronakrise in den Fokus der Anleger. Nach New York und Kalifornien riefen weitere Bundesstaaten ihre Bürger dazu auf, zuhause zu bleiben. „Die USA drohen nach Europa nun zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie zu werden“, sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst bei CMC Markets. Goldman Sachs geht mittlerweile für das zweite Quartal von einem Einbruch des realen US-Bruttoinlandsprodukts um knapp ein Viertel aus.

„Die Coronakrise – oder genauer gesagt, die Antwort auf diese Krise – stellt eine physische, im Gegensatz zur finanziellen, Beschränkung der wirtschaftlichen Aktivität dar, die in der Nachkriegsgeschichte beispiellos ist“, erklärte Goldman Sachs. Für die Weltwirtschaft rechnet die Investmentbank mit einem Rückgang von rund einem Prozent in diesem Jahr.

Das ist ein stärkerer wirtschaftlicher Einbruch als im Jahr nach der globalen Finanzkrise 2008. Auch die Analysten von Morgan Stanley warnten vor schweren Schäden für die Weltwirtschaft durch die zunehmende Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit.
Mit Agenturmaterial

Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt