Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: US-Börsen schließen fester – KI-Werte profitieren von Micron
New York. Hoffnungen auf einen anhaltenden KI-Boom und weitere China-Konjunkturstützen haben die US-Börsen am Donnerstag angetrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 42.175 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,6 Prozent auf 18.190 Zähler vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,4 Prozent auf einen Schlussrekord von 5745 Stellen zu.
In Erwartung eines wachsenden Bedarfs an Hochleistungsspeichern für Künstliche Intelligenz (KI) stiegen Anleger bei den Anbietern dieser Chips ein. Für gute Stimmung sorgten vor allem Micron, die überraschend starke Zahlen und einen optimistischen Ausblick vorgelegt hatten. Die Nachfrage der Betreiber von Rechenzentren sei weiterhin stark, hieß es vom Unternehmen. Die Aktien kletterten um fast 15 Prozent.
Der Philadelphia-Halbleiter-Index zog um 3,5 Prozent an. „Der Optimismus rund um KI war in den letzten Wochen etwas in den Hintergrund geraten. Die starken Umsatzprognosen von Micron haben den KI-Handel etwas wiederbelebt und den Markt daran erinnert, dass KI immer noch relevant ist“, sagte Fiona Cincotta, leitende Marktanalystin bei City Index.
China-Paket treibt Metallpreise
Anleger setzten auch darauf, dass in China weitere fiskalpolitische Maßnahmen folgen werden. Peking verpflichtete sich am Donnerstag dazu, das für dieses Jahr angestrebte Wirtschaftswachstum zu erreichen und die Krise auf dem Immobilienmarkt zu stoppen, wie staatliche Medien unter Berufung auf eine Politbüro-Sitzung berichteten.
Chinas Zentralbank hatte erst Anfang der Woche das größte Stützungspaket für die heimische Wirtschaft seit der Corona-Pandemie beschlossen. In den USA notierte chinesische Unternehmen wie Li Auto, PDD Holdings und Alibaba gewannen bis zu 14,4 Prozent. Spekulationen auf einen steigenden Rohstoffhunger im Reich der Mitte trieben die Preise für Kupfer und Zink an. Im Fahrwasser ging es für Minenbetreiber wie Freeport-McMoRan und Albemarle um bis zu knapp zehn Prozent aufwärts.
Anleger behielten auch die US-Konjunktur im Blick. Wie das Arbeitsministerium meldete, sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche auf ein Viermonatstief. Gleichzeitig bestätigte die endgültige Berechnung des Bruttoinlandsprodukts, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um drei Prozent gewachsen ist.
Ölpreise rutschen deutlich ab
Am Rohstoffmarkt sorgten Spekulationen auf eine Produktionssteigerung in Saudi-Arabien für Gesprächsstoff. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich um je rund zwei Prozent auf 72,05 und 68,17 Dollar je Fass. Saudi-Arabien, der weltgrößte Rohölexporteur, bereite sich darauf vor, sein inoffizielles Preisziel von 100 Dollar pro Barrel aufzugeben und seine Produktion zu steigern, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. Zusätzlich belastet wurden die Preise auch durch die mögliche Rückkehr libyschen Öls auf den Markt. Der US-Index für Öl- und Energiewerte fiel um 1,7 Prozent.
Wegen des Hurrikans „Helene“ sind am Donnerstag zudem etwa ein Viertel der US-Rohölförderung und ein Fünftel der Erdgasproduktion im Golf von Mexiko eingestellt worden. Dies teilte das Bureau of Safety and Environmental Enforcement (BSEE) mit. Die dem Innenministerium unterstellte Behörde ist unter anderem für den Umweltschutz im Zusammenhang mit der Energiegewinnung in Meeren zuständig. „Helene“ bewegte sich zunächst mit Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde auf Florida zu.
Bei den Einzelwerten stachen Accenture mit einem Kursplus von 5,5 Prozent hervor. Der IT-Dienstleister erfreute die Investoren mit seinen Wachstumszielen und geplanten Aktienrückkäufen. Fluggesellschaften waren nach einem optimistischen Ausblick von Southwest im Aufwind. Die Airline erhöhte die Prognose für den Umsatz pro verfügbarer Sitzmeile im dritten Quartal, was die Aktien um mehr als fünf Prozent in die Höhe trieb.