Hang Seng, CSI 300: Anleger in Asien lassen nach Trumps Zöllen Vorsicht walten
Singapur. Nach weiteren Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben sich die Anleger an den Börsen in Fernost mit Aktienkäufen zurückgehalten. An den chinesischen Märkten ging am Dienstag eine dreitägige Rally zu Ende, die der Hype um Künstliche Intelligenz und Chipaktien ausgelöst hatte. Der Shanghaier Leitindex sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gaben leicht nach.
In Japan blieb die Börse wegen eines Feiertags geschlossen. Trump hat seine jüngsten Drohungen wahr gemacht und neue Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in die USA in Höhe von 25 Prozent auf den Weg gebracht. Zudem ziehen die USA demnach auch Sonderzölle auf Fahrzeuge, Computerchips und pharmazeutische Produkte in Betracht. Ein Zoll von zehn Prozent auf chinesische Importe trat bereits Anfang des Monats in Kraft.
Am Montag griffen dann chinesische Vergeltungszölle auf Energie und einige Waren aus den USA. Börsianer warteten nun auf Fortschritte in Richtung eines Handelsabkommens zwischen Peking und Washington. „Er ist von Natur aus ein Geschäftsmann, also müssen irgendwann Geschäfte gemacht werden“, sagte Prashant Bhayani, Investmentmanager bei BNP Paribas Wealth Management, mit Blick auf Trump. In Hongkong stiegen unterdessen die Aktien des chinesischen Elektroautoherstellers BYD um 4,5 Prozent auf ein Rekordhoch.
Der Konzern hat am Montag damit begonnen, für die meisten seiner Modelle autonome Fahrfunktionen anzubieten, darunter auch Modelle, die bereits ab 9.555 Dollar erhältlich sind. Damit unterbietet BYD Konkurrenten wie Tesla bei weitem. Analysten gehen davon aus, dass dies einen neuen Preiskrieg auslösen wird. Die Aktienkurse der Konkurrenten Xpeng und Geely gaben jeweils rund sieben Prozent nach.
US-Zölle auf chinesische Importe trat bereits in Kraft
Ein Zoll von zehn Prozent auf chinesische Importe trat bereits Anfang des Monats in Kraft. Am gestrigen Montag griffen dann wiederum bereits Chinas Vergeltungszölle auf Energie und einige Waren aus den USA. Bisher gibt es kaum Anzeichen für Fortschritte in Richtung eines Handelsabkommens zwischen Peking und Washington, aber die Erwartungen an einen Durchbruch bleiben dennoch hoch.
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 151,95 Yen und legte leicht auf 7,3071 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte höher bei 0,9115 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,0299 Dollar und zog leicht auf 0,9386 Franken an.
Der Goldpreis erreichte ein Rekordhoch und die Aktien in Hongkong stiegen am Dienstag auf ein Viermonatshoch, da die Anleger die Veränderungen in der US-Handelspolitik verfolgten und auf eine Stellungnahme des Vorsitzenden der Federal Reserve Jerome Powell zu Zöllen und Inflation warteten.
Die Ölpreise hielten sich an einen starken Aufschwung über Nacht. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 76,07 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,2 Prozent fester bei 72,47 Dollar.