Nikkei: „Takaichi-Effekt“ treibt Japans Börsen an
Singapur. Japanische Aktien legten stark zu, nachdem Sanae Takaichi überraschend den Parteivorsitz gewonnen hat und damit als künftige Premierministerin gilt. Der sogenannte „Takaichi-Trade“ dürfte jedoch komplexer sein, als der Begriff vermuten lässt.
Auslöser für den fast fünfprozentigen Anstieg des Nikkei 225 war die Erwartung, dass Takaichi mit höheren Staatsausgaben und lockerer Geldpolitik die Wirtschaft ankurbeln will. Entsprechend fielen der Yen, Bankaktien und langlaufende Anleihen.
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über Grönland notfalls mit neuen Zöllen zu erzwingen, hat am Dienstag die Furcht vor einem neuen Handelskrieg geschürt. An den asiatischen Börsen drückte dies auf die Stimmung. Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagen wie den Schweizer Franken und Gold.
Zudem gewann der sogenannte „Sell America“-Handel an Fahrt, bei dem Investoren US-Aktien, den Dollar und US-Staatsanleihen verkaufen. „Auch wenn es zu einer Deeskalation kommt, wird diese Episode viele dazu veranlassen, an der Glaubwürdigkeit eines jeden Abkommens mit Trump zu zweifeln, so dass die Unsicherheit über die Zölle hoch bleiben wird“, sagte Henry Cook, Europa-Volkswirt bei MUFG.