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Nikkei, Topix und Co.Neue Corona-Variante schockt die Börsen – Nikkei mit dem größten Verlust seit fünf Monaten

Nicht nur in Asien blicken die Investoren sorgenvoll auf die neue Corona-Variante: Aktien und Rohstoffe werden abgestoßen, dafür ist Gold gefragt.Andreas Neuhaus 26.11.2021 - 09:08 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Anzeigetafeln in Asien sind rot: Corona-Ängste sorgen für Verluste.

Foto: dpa

Düsseldorf. Eine neue Variante der Coronavirus hat am Freitag für einen Ausverkauf am asiatischen Aktienmarkt gesorgt: Der japanische Leitindex Nikkei schloss 2,5 Prozent im Minus – der größte Verlust seit fünf Monaten.

Dabei zog das Handelsvolumen gegenüber dem Vortag um mehr als 40 Prozent an. Alle Branchen notierten im Minus, besonders stark verloren Touristik-Aktien: Das Reisebüro HIS sank um 7,3 Prozent während Japan Airlines 6,5 Prozent einbüßte. Die Bahn-Betreiber Keisei, West Japan Railway und Central Japan Railway erlitten Kursverlusten von bis zu sechs Prozent.

Doch nicht nur der japanische Aktienmarkt gab deutlich nach: Der MSCI Asia Pacific Index, der große und mittelgroße Unternehmen aus fünf Industrieländern und neun Schwellenländern im asiatisch-pazifischen Raum abbildet, verlor 1,7 Prozent. Der deutsche Leitindex Dax startete 3,4 Prozent und damit mehr als 500 Punkten im Minus in den Freitagshandel, die Futures für marktbreiten US-Index S&P 500 Index notierten nach dem Thanksgiving-Feiertag rund ein Prozent schwächer.

Auslöser für die heftigen Kursbewegungen ist eine in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante. Sie könnte Experten zufolge ansteckender sein als der aktuell grassierende Typ Delta und resistenter gegen die bisherigen Impfstoffe. Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht bereits, ob die Variante mit dem Namen B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss.

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika 22 Fälle der neuen Variante nachgewiesen worden. Mit mehr Fällen sei im Zuge der laufenden Genomanalysen zu rechnen. Auch in Hongkong wurden bereits zwei bestätigte Fälle der neuen Variante festgestellt.

Mutation verändert die Risiko-Bewertung an den Börsen

„Heute wäre ein ruhiger Handelstag gewesen, wenn es nicht die Nachricht über die neue Variante gegeben hätte“, sagte Masahiro Ichikawa, Chefmarktstratege bei Sumitomo Mitsui DS Asset Management, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Schon vor dieser Nachricht nahmen die Virusfälle in den USA und Europa wieder zu, so dass die Anleger jetzt vorsichtig sind, weil sich die Infektionen mit einer neuen Variante auf einmal ausbreiten könnten.“

Thomas Altmann, von QC Partners erklärte: „Die neue Mutation verändert die Risiko-Bewertung der Pandemie auf dem Parkett. Sollte diese Variante tatsächlicher ansteckender und immuner gegen Impfstoffe sein, dann blieben zur Bekämpfung einzig und allein massive Einschränkungen.“ Neue globale Einschränkungen wären aber Gift für die Entwicklung des Wirtschaftswachstums und die Entwicklung der Unternehmensgewinne.

Anlegerinnern und Anleger ziehen sich deshalb aus dem Aktienmarkt zurück und nehmen Kurs auf den „sicheren Hafen“ Gold . Das Edelmetall verteuert sich um ein knappes Prozent auf 1803 Dollar je Feinunze. „Die Unsicherheit über die möglichen Folgen der neuen Virusvariante erinnert die Märkte deutlich daran, dass diese Pandemie noch nicht vorbei ist. Der Goldpreis dürfte in diesem Umfeld unterstützt bleiben“, erklärt Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler bei Heraeus.

Gold, Anleihen und Franken sind gefragt

Zudem schichten Investoren ihr Geld in die ebenfalls als sicher geltenden US-Staatsanleihen um. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sinken im Gegenzug um zehn Basispunkte. Auch die als sicher geltende Währungen wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken sind gefragt.

„Mit Blick auf die Delta-Welle von Anfang des Jahres werden die Anleger wahrscheinlich zuerst schießen und erst später Fragen stellen, bis mehr darüber bekannt ist“, erklärte Jeffrey Halley, leitender Marktanalyst bei Oanada. „Es ist wahrscheinlich die sicherste Option ist, vorerst das Schlimmste anzunehmen.“

Die Wachstumssorgen zeigten sich auch am Rohstoffmarkt: Aus Furcht vor einer nachlassenden Nachfrage zogen sich Anleger aus dem Rohölmarkt zurück. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 2,5 Prozent auf 80,14 Dollar je Barrel.

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Mit Material von Bloomberg und Reuters.

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