Übernahme in den USA: Deutsche Börse kauft Stimmrechtsberater ISS für 1,5 Milliarden Euro
Pünktlich vor dem Investorentag an diesem Mittwoch gelingt Vorstandschef Theodor Weimer der erste Milliardendeal.
Foto: dpaFrankfurt. Die Deutsche Börse stemmt die größte Übernahme seit der Finanzkrise. Das hessische Unternehmen kauft für rund 1,5 Milliarden Euro eine Mehrheitsbeteiligung am amerikanischen Konzern Institutional Shareholder Services (ISS) – und setzt damit auf den Trend zu nachhaltigen Investments.
ISS ist in der Öffentlichkeit vor allem als Stimmrechtsberater bekannt, an dessen Empfehlung sich große Investoren bei Abstimmungen auf Hauptversammlung orientieren. Darüber hinaus berät ISS Unternehmen und Investoren jedoch auch bei den Themen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) und verfügt in dem stark wachsenden ESG-Segment zudem über eine Vielzahl an Daten.
Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer sieht durch die Übernahme deshalb großen Wachstumschancen im Geschäft mit nachhaltigen Investments. „Gemeinsam haben ISS und die Deutsche Börse beste Voraussetzungen, um einer der weltweit führenden ESG-Akteure der Zukunft zu werden“, sagte der 60-Jährige.
Versicherer, Vermögensverwalter und Pensionskassen setzen seit einiger Zeit verstärkt auf nachhaltige Anlagen. Zudem üben Schwergewichte wie der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock Druck auf Unternehmen aus, mehr für Klimaschutz zu tun. Blackrock ist überzeugt, dass Klimarisiken immer auch Investmentrisiken sind – und dass man bessere Renditen erzielt, wenn man Klimarisiken berücksichtigt.