US-Notenbank: Gold, Dollar, Anleihen, Öl und Aktien: So reagieren die Finanzmärkte auf die Fed
Der Goldpreis rutschte seit Mittwochabend von knapp 1860 Dollar auf rund 1800 Dollar je Feinunze ab.
Foto: obsDüsseldorf. Die US-Notenbank Fed bereitet die Märkte auf einen Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik vor. Die Prognosen der Währungshüter signalisieren die Zinswende nun schon für 2023 – bislang hatten die Notenbanker erst im Jahr darauf damit gerechnet. Außerdem hat die Diskussion über eine Anpassung der milliardenschweren Anleihekäufe begonnen.
„Die Fed vollzog einen Wandel“, kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Michael Herzum, leitender Stratege beim genossenschaftlichen Fondshaus Union Investment ergänzt: „Die Diskussion über den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beginnt.“ Die klare Botschaft der Federal Reserve sei, dass sie für den weiteren Jahresverlauf deutlich weniger pandemiebedingte konjunkturelle Abwärtsrisiken sehe, sagt Stefan Rondorf, Anlagestratege bei der Allianz-Fondstochter Allianz Global Investors. Gleichzeitig scheint die Notenbank seiner Ansicht nach weniger als zuvor überzeugt, dass die steigenden Inflationsraten ausschließlich auf zeitweilige Effekte zurückzuführen sind. „Die Fed betreibt somit eine Art kommunikatives Risikomanagement“, resümiert er. Auch Stefan Kreuzkamp, Chef-Anlagestratege der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS, sieht keine Alternative zu der Reaktion der Fed: „Es wäre der Quadratur des Kreises gleichgekommen, wenn die Fed die wirtschaftlichen Fortschritte anerkannt und die (auch vielleicht vorübergehenden) Inflationsschübe wahrgenommen und gleichzeitig den monetären Krisenmodus unverändert beibehalten hätte“, sagt er. Zugleich sollten Anleger daran erinnern, dass sie Fed oft betone, „datenabhängig“ zu agieren. „Eine Zinserhöhung zu einem Zeitpunkt x ist also niemals eine ausgemachte Sache, sondern wird vom Fortschritt von Wirtschaft und Arbeitsmarkt abhängig gemacht werden“, sagt Kreuzkamp.