Russland-Sanktionen: 80 Prozent Kursgewinn binnen vier Wochen: Warum der Rubel trotz Sanktionen wieder zugelegt hat
Die Währung hat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und den dann beschlossenen Sanktionen stark an Wert verloren. Zuletzt hat sie aber wieder deutlich aufgewertet.
Foto: ReutersFrankfurt. Es scheint paradox: Obwohl der Westen immer härtere Sanktionen gegen Russland beschließt, wertet der russische Rubel seit einiger Zeit wieder deutlich auf. So hat er seit seinem Tiefpunkt am 7. März rund 80 Prozent an Wert gegenüber dem Euro und dem Dollar gewonnen.
Direkt nach Kriegsbeginn und der Verkündung erster Sanktionen war er noch drastisch eingebrochen. Experten sehen mehrere Ursachen dafür, dass sich die russische Währung inzwischen wieder erholt hat.
Erstens hängt dies mit den Sanktionen zusammen. Sie schwächen natürlich die russische Wirtschaft, aber ihre Wirkung auf den Rubel-Kurs ist weniger eindeutig. Das liegt daran, dass die russische Währung momentan nicht frei konvertierbar ist. Das heißt: Der Markt funktioniert nicht wie in normalen Zeiten.
Rubel Kurs: Russland-Sanktionen wirken nicht eindeutig
So sieht Commerzbank-Devisenanalyst Tatha Ghose einen Grund für die relative Stärke des Rubels in den strengen Kapitalkontrollen, die der Westen verhängt hat. „Entscheidend ist die Unfähigkeit des Finanzsystems, Rubel frei in Hartwährung zu tauschen.“ Hierdurch könnten sanktionierte Oligarchen und Unternehmen ihre Rubel-Bestände nicht mehr umtauschen und auf ausländische Konten überweisen. Diese Nachfrage nach ausländischen Devisen hätte sonst wahrscheinlich den Rubel-Kurs unter Druck gesetzt.