Ranking Kanzleimonitor: Arbeitsrecht ist das wichtigste Rechtsgebiet
Im Ranking Kanzleimonitor belegt das Arbeitsrecht dieses Jahr den ersten Platz.
Foto: dpaFrankfurt. Bereits seit 2013 gibt das Deutsche Institut für Rechtsabteilungen und Unternehmensjuristen jährlich die Studie Kanzleimonitor heraus. Führungskräfte in Rechtsabteilungen deutscher Unternehmen geben darin Empfehlungen für Sozietäten sowie Rechtsanwältinnen und -anwälte ab. In diesem Jahr sind in 32 Rechtsgebieten insgesamt 9044 Empfehlungen aus 589 Unternehmen in dem Buch abgebildet.
Ein Ranking gibt es auch für die einzelnen Rechtsgebiete. Bereits seit Jahren landen stets das Arbeitsrecht, das Gesellschaftsrecht sowie der Bereich Fusionen und Übernahmen (Merger & Acquisition, kurz M&A) auf den ersten drei Plätzen, nur die Reihenfolge ändert sich. In diesem Jahr erreichte das Arbeitsrecht wieder den Spitzenplatz und löste dort das Gesellschaftsrecht ab.
Insgesamt entfallen zehn Prozent der Empfehlungen auf Sozietäten sowie Rechtsanwältinnen und -anwälte im Arbeitsrecht, in absoluten Zahlen 905. Gegenüber dem Vorjahr ist das gleichbedeutend mit einer Steigerung in Höhe von über 30 Prozent.
Datenschutzrecht wird wichtiger
Diese Entwicklung findet Bestätigung in einer Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer. Die beliebteste Fachanwaltschaft in Deutschland bleibt diejenige für das Arbeitsrecht. Die Zahl aller Fachanwältinnen und -anwälte liegt nach Angaben der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) für das Jahr 2023 bei rund 46.000, auf das Arbeitsrecht entfällt dabei knapp ein Viertel (11.001).
Das Rechtsgebiet mit den zweitmeisten Empfehlungen im diesjährigen Kanzleimonitor ist das Gesellschaftsrecht. Hier ergaben sich zwar auch mehr Empfehlungen als im Vorjahr, allerdings fällt der Zuwachs mit plus 6,6 Prozent deutlich moderater aus als im Arbeitsrecht. Platz drei geht wie im vergangenen Jahr an den Bereich M&A, dieser fällt aber gegenüber den Erstplatzierten zurück. Gab es im vergangenen Jahr noch 672 Empfehlungen, sind es nun noch 620.
Immer mehr Bedeutung in der juristischen Praxis hat das Datenschutzrecht, das in der Tabelle weiter nach oben geklettert ist. Nach Platz sechs 2021/2022 und Platz fünf 2022/2023 kam in diesem Jahr der vierte Platz heraus. Der Zuwachs an Empfehlungen liegt hier bei 27 Prozent.
Einen Riesensprung von Platz elf im Vorjahr auf den fünften Rang macht das Aktien- und Konzernrecht. 525 Empfehlungen entfallen in diesem Jahr auf das Rechtsgebiet, nach 319 im letzten Jahr. Wenig überraschend rückt die Compliance einige Plätze nach vorn und erreicht nach Rang zehn 2022/2023 jetzt Rang sieben. Auf dieses Segment entfällt der größte Zuwachs an Empfehlungen, plus 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Hier wirken die gesetzgeberischen Aktivitäten besonders stark, allen voran mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und dem auch in der Bundesrepublik etablierten Hinweisgeberschutz.
Kanzleien im Ranking
Im Gesamtranking der Sozietäten verteidigt CMS Deutschland seinen ersten Rang ebenfalls seit Jahren. Die Kanzlei erreicht 284 Empfehlungen und damit 17 mehr als der Zweitplatzierte Gleiss Lutz, der von Rang acht im Vorjahr einen großen Sprung nach vorn macht. Das Podest komplettiert Freshfields Bruckhaus Deringer mit 262 Empfehlungen. Im letzten Jahr kam die Kanzlei noch auf den siebten Platz.
Die jeweils starken Platzierungen aus den Vorjahren bestätigen dieses Jahr Hengeler Mueller, KPMG Law, Noerr, Oppenhoff und Taylor Wessing. Der Sprung unter die Top Ten bei den Sozietäten gelingt in diesem Jahr außerdem Allen & Overy. Die meisten Rechtsanwältinnen und -anwälte unter den Top-100 stellen KPMG Law (16), Hengeler Mueller (acht), Gleiss Lutz und Freshfields Bruckhaus Deringer mit je sechs.
Alexander Pradka ist leitender Redakteur der Fachzeitschrift „In-house Counsel“. Dieser Artikel stammt aus der Kooperation zwischen dem Handelsblatt und der Fachzeitschrift.