Zinsen: Das Festgeld der DHB Bank – flexibel oder doch nur eine Zinswette?
München. Die Zinsen auf Festgeldangebote sind zu Beginn des Jahres kaum gestiegen. Ein Umfeld, in dem einzelne Anbieter auf sich aufmerksam machen können. Das Festgeld Online Flex der DHB Bank gehört zu diesen Offerten. Der Sparcheck zeigt, ob sich die besondere Form der Zinsberechnung lohnt.
Ein flexibles Festgeld – wie funktioniert das?
Für gewöhnlich gelten beim Festgeld folgende Spielregeln: feste Laufzeit, fester Zins. Beim Festgeld Online Flex der DHB Bank ist der Zins variabel – zumindest wenn das allgemeine Zinsniveau steigt.
Konkret bedeutet das: Kunden wählen zwischen einer Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren und bekommen einen Garantiezins. Der liegt für zwei Jahre Zinsbindung bei 2,3 bei fünf Jahren bei 2,45 Prozent. Dieser Zins wird jedes Quartal aufs Neue mit dem Referenzzins, dem Drei-Monats-Euribor verglichen. Liegt dieser Zins, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen, inklusive eines Aufschlags von 0,05 Prozent über dem Garantiezins, bekommen die Kunden diesen gutgeschrieben, liegt er darunter, bekommen sie den Garantiezins. Derzeit notiert der Interbankenzins bei rund 2,02 Prozent und somit deutlich unter den Garantiezinsen aller vier Laufzeiten.
Wer steckt hinter der DHB Bank?
Die DHB Bank, nicht zu verwechseln mit der Düsseldorfer Hypotheken Bank, die inzwischen zur Aareal Bank gehört, ist eine niederländische Bank mit Sitz in Rotterdam. Das Institut hat eine deutsche Niederlassung in Düsseldorf und bietet in erster Linie Sparprodukte wie Festgelder an.
Wie sicher ist mein Geld bei der DHB Bank?
Das Institut unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung der Niederlande. Als Land der Euro-Zone sichert das Königreich an der deutschen Nordwestgrenze pro Sparer bis zu 100.000 Euro ab. Als eines der wenigen Länder der Welt verfügen die Niederlande – wie die Bundesrepublik auch – über ein Toprating bei den internationalen Ratingagenturen.
Lohnt sich das Angebot?
Die garantierten Zinssätze sind nicht besonders hoch, so gibt es bei herkömmlichen Festgeldangeboten auf zwei Jahre momentan 2,75 Prozent und auf fünf Jahre derzeit bis zu drei Prozent. Aber immerhin liegen die Garantiezinsen über der Inflationsrate von aktuell 2,1 Prozent.
Um das Angebot mit herkömmlichen Angeboten zu vergleichen, hat Oliver Maier, der beim Portal Verivox die Zinsvergleiche verantwortet, den Garantiezins mit den höchsten Offerten nach den jeweiligen Laufzeiten verglichen. Während der Garantiezins 0,5 bis 0,55 Prozentpunkte unter dem aktuellen Top-Angebot liegt, müsste der Euribor während der Laufzeit um 0,75 bis 0,93 Prozent steigen, damit Sparer mit dem aktuellen Spitzenzins mithalten können.
„Aus unserer Sicht gibt es im Markt aktuell klassische Festgeldangebote, die wir aus Anlegersicht für noch attraktiver halten als das Flex-Festgeld“, sagt Maier. Auch wenn sich die Zinsen über einen Zeitraum von mehreren Jahren nicht vorhersagen lassen, sieht er momentan keine Anzeichen, dass der Euribor überraschend steigen kann.
Aus Sicht von Ania Scholz-Orfanidis von der FMH Finanzberatung lohnt sich das Angebot nur, wenn das Zinsniveau insgesamt steigt. „In diesem Fall können Inhaber des Kontos automatisch von den höheren Zinsen profitieren“, sagt die Expertin. Ob die Zinsen und der Drei-Monats-Euribor in naher Zukunft entsprechend steigen, bezweifelt sie aber.