Virtual Reality: Pflege-Azubis üben mit der Datenbrille
Mehrere Technologieunternehmen haben sich darauf spezialisiert, passende Lernmodule für Pfleger zu erstellen.
Foto: Getty ImagesKöln. Pfleger arbeiten nah am Patienten: Sie waschen sie oder putzen ihre Zähne, kümmern sich aber auch um Katheter, spritzen Insulin oder saugen Lungensekrete aus künstlichen Atemwegen ab. Das sind komplizierte Aufgaben, bei denen Fehler folgenschwer sein können. Im Seniorenheim Evangelische Altenhilfe in St. Georgen üben Auszubildende diese Aufgaben deswegen zunächst in einer computeranimierten Umgebung.
Bereits vor drei Jahren hat die Einrichtung zu diesem Zweck Virtual-Reality-Brillen angeschafft. „Die Pflegekräfte fühlen sich deutlich sicherer in Situationen, die sie vorher realitätsnah trainieren konnten“, sagt Martin Zimmermann, der die Trainings mit seiner Firma Imsimity anbietet. Wie bei Computerspielen entwickeln er und sein Team virtuelle Räume wie zum Beispiel Pflegezimmer. Mit Controllern in den Händen steuern die Auszubildenden durch die simulierten Zimmer und bewegen Gegenstände.
80 Pflegeeinrichtungen setzen die Technik Imsimity zufolge bereits ein. Auch andere Unternehmen positionieren sich am Markt. Das Hamburger Start-up Vireed startete mit Lerninhalten für Ärzte und arbeitet in der Pflege nun mit „Digital Health Transformation“ zusammen, einem Zusammenschluss mehrerer Krankenhausträger.