Daten: Digitaler Zwilling hilft bei Darmerkrankungen
Eine Onlineumfrage unter knapp 50 Gastroenterologinnen, die das webbasierte System in Krankenhäusern sowie Praxen getestet haben, zeigt eine positive Resonanz.
Foto: imago images / Westend61Frankfurt. Digitale Zwillinge von Organen wie Herz oder Leber werden schon erforscht. Jetzt haben sieben Fraunhofer-Institute ein digitales Patientenmodell von Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen entwickelt. Vier Jahre lange wurde in dem Leitprojekt namens MED²ICIN ein datenbasiertes System entwickelt: MED²ICIN steht für Medical Data Driving an Integrated Cost-intelligent Model. Es soll mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz den Arzt bei seinen Entscheidungen unterstützen und so zu schnelleren Behandlungserfolgen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) führen.
Es geht um Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, an denen vielfach junge Menschen erkranken. „Viele Patienten erhalten die Diagnose zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr“, sagt Irina Blumenstein, Leiterin der CED-Hochschulambulanz und Studienambulanz an der Goethe Universität Frankfurt. Für die Betroffenen ist die Erkrankung sehr belastend. Der chronische Durchfall und vielfach starke Bauchschmerzen schränken den Alltag oft stark ein.
Für die Behandlung beider Erkrankungen gibt es mittlerweile eine Reihe von Medikamenten, die aber jeweils immer nur bei einem Teil der Betroffenen gut wirken. Welche Therapie am besten geeignet ist, werde auf Basis der Erfahrung des Behandelnden entschieden und immer noch durch Ausprobieren herausgefunden, sagt Blumenstein, die als CED-Expertin von Anfang an am MED²ICIN-Projekt beteiligt war.