100. Weltfrauentag: Unsere Frauen des Jahres!
Die Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom ist im vergangenen Juni im Alter von 78 an Krebs gestorben.
Foto: apDüsseldorf. Elinor Ostrom ist einer dieser Frauen, vor deren Leistung ich den Hut ziehe. Die Amerikanerin hat gleich zwei Dinge geschafft, die beeindruckend sind. Sie hat ein Dogma gestürzt, indem sie bewiesen hat, dass gemeinschaftlicher Besitz an natürlichen Ressourcen nicht zu dessen Ruin führt. Mit ihren Arbeiten hat die leidenschaftliche und humorvolle Politikwissenschaftlerin, die vor neun Monaten im Alter von 78 Jahren gestorben ist, die neoliberale Überzeugung widerlegt, dass der Mensch ein egoistisch handelndes Wesen ist - die heilige Kuh der Ökonomie.
Dafür heimste Ostrom vor vier Jahren als erste Frau überhaupt in der pompösen Stockholmer Konzerthalle den Wirtschaftsnobelpreis ein. Und zwar nicht für ein Modell, das kaum ein Laie versteht, denn Ostroms Arbeiten über philippinische Fischer und Schweizer Bergbauern sind herrlich anschaulich. Damit hat sie es weit gebracht, obwohl sie in den 50er Jahren nicht zum Ökonomiestudium zugelassen wurde, weil das für Frauen als „ungeeignet“ bezeichnet wurde.
Jahrelang hat sich die geistreiche Forscherin mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, mit gemeinsam genutzten, knappen Ressourcen wie Wäldern, Meeren oder der Atmosphäre so umzugehen, dass alle Menschen ihre Bedürfnisse langfristig befriedigen können. Sie plädiert dafür, die Menschen vor Ort an der Lösung der Probleme zu beteiligen und deren Fähigkeit zur Selbstorganisation wahrzunehmen und zu unterstützen. Nur so entstehen Respekt, Zusammenhalt und Verantwortlichkeit für die Gemeingüter dieser Welt.