Arbeitsmarkt: Von 56.000 Euro auf 100.000 Euro in zwei Jahren: Warum Deutschlands Unternehmen eine Gehaltsblase droht
In der Pandemie sind die Löhne in vielen Bereichen unter Spezialisten kräftig gestiegen.
Foto: gettyimagesDüsseldorf. Akuter Personalmangel, häufige Jobwechsel und rapide wachsende Inflationsraten nähren in Deutschland eine Gehaltsblase unter Fachkräften. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson (WTW), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Im Zentrum der Analyse standen Jobs, für die besonderes Spezialwissen erforderlich ist.
Danach stiegen seit Ausbruch der Coronakrise die Gehälter von IT-Systemarchitekten und -architektinnen im Schnitt um fast ein Viertel. Auch Vertriebler im Großkundenbereich verdienen seit der Pandemie durchschnittlich 15 Prozent mehr. Ähnlich sieht es im Controlling, Marketing und der Finanzanalyse aus.
Sie alle erzielten über die vergangenen zwei Jahre Gehaltssteigerungen von durchschnittlich zehn Prozent oder mehr. Insgesamt hat WTW Zugriff auf mehr als 400.000 Gehaltsdaten aus 870 Unternehmen.
Fachkräfte-Mangel und Inflation befeuern Löhne und Gehälter
Wegen des demografischen Wandels befindet sich der Arbeitsmarkt ohnehin im Umbruch. Hinzu kommen nachhaltig steigende Inflationsraten, die Ängste vor eine Lohn-Preis-Spirale schüren. Die Verbraucherpreise waren im März um 7,3 Prozent gestiegen, die höchste Steigerung seit über 40 Jahren. In der Euro-Zone waren es sogar 7,5 Prozent.