Diversität: Zeit für mehr Vielfalt: Warum die Corona-Pandemie eine Chance für Frauen ist
Die Unternehmerin sieht und nutzt die Coronakrise als Chance.
Foto: Holger Talinski/laifDüsseldorf. Das Geschäftsmodell von Tijen Onaran basiert auf Frauen. Besser gesagt: auf dem Mangel in deutscher Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an Führungsfrauen. Onaran berät Firmen, wie sie sich diverser aufstellen können, und organisiert entsprechende Veranstaltungen. Sie ist damit eine Art Seismograf für die Entwicklung der Geschlechtergerechtigkeit und für den Inklusionsgrad der deutschen Gesellschaft.
Das Geschäft der 35-Jährigen mit türkischen Wurzeln lief bis Mitte März gut. Vor der Coronakrise war sie fünf Tage die Woche in Deutschland unterwegs – für Firmen, politische Institutionen, Verbände. Sie war omnipräsent – bis zum 6. März. An diesem Freitag hätte sie auf Einladung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in München sprechen sollen. Doch 24 Stunden vorher kam die Absage. Es folgten viele weitere.
Mit dem Shutdown bricht der Teil ihres Geschäfts zusammen, der auf persönlichen Treffen basiert. Doch Onaran, die gerne in schrillen Farben gekleidet ist, veranstaltet, berät und wirkt munter weiter – nur eben virtuell.
In ihrem Mantra „Im Digitalen liegt die Zukunft der Frauen“ fühlt sie sich inzwischen deshalb bestätigt. Global Digital Women heißt ihr Netzwerk, mit dem alles vor drei Jahren begann.