Führungsetagen: Gesetzliche Frauenquote bringt viele Konzerne in Bedrängnis
Die gesetzliche Frauenquote für Vorstände stößt bei den betroffenen Unternehmen auf wenig Begeisterung.
Foto: Getty Images/Westend61Düsseldorf. Die geplante gesetzliche Frauenquote für Vorstände setzt zahlreiche deutsche Unternehmen stark unter Druck. Seit Jahren haben sie sich entweder nur unzureichend um die Beförderung von Managerinnen in ihre Führungsetagen gekümmert. Oder sie haben sich zwar freiwillig zur Beteiligung von Frauen verpflichtet, doch diese selbst gesetzten Ziele wurden bei Vorstandswechseln häufig ignoriert.
Jetzt läuft ihnen die Zeit davon. Nach Recherchen von Handelsblatt und Allbright Stiftung sind 25 von 160 Dax-Firmen unmittelbar von dem geplanten Gesetz der Großen Koalition betroffen und haben akuten Handlungsbedarf.
Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit einem mehr als dreiköpfigen, rein männlichen Vorstand sollen künftig verpflichtet werden, bei Neubesetzungen eine Frau zu bestellen. Das stößt auf wenig Begeisterung. Eine Handelsblatt-Umfrage ergab, dass viele der 25 betroffenen Unternehmen das Vorhaben skeptisch sehen.
„Das Gesetz ist völlig überflüssig“, erklärt etwa Klaus Josef Lutz, Chef von Europas größtem Agrarhandelskonzern Baywa. Der gesellschaftliche Druck sei hoch genug, sodass sich das Thema Frauen in Vorständen in den kommenden Jahren von selbst erledigen werde.