Führungskräfte: Was hilft Frauen dabei, Führungspositionen zu erreichen?
Kiel. Männer sind das schwächere Geschlecht – zumindest, was Bildung betrifft. Das belegen aktuelle Zahlen zum „Gender-Education-Gap“, die das Statistische Bundesamt kürzlich veröffentlichte. Demnach machen junge Frauen häufiger Abitur als Männer und dominieren auch bei den Studienabschlüssen – und zwar nicht nur in Sozial- oder Geisteswissenschaften, sondern auch in Medizin, Recht, Wirtschaft sowie in Mathematik und Naturwissenschaften.
Doch kaum wechseln die Frauen von der Bildungs- in die Berufsphase, schmilzt ihr Vorsprung dahin. Zahlreiche Studien belegen, dass in Wirtschaft und Politik nach wie vor überwiegend Männer die Entscheidungen treffen: Je höher die Position, desto geringer der Frauenanteil. Im Topmanagement großer börsennotierter Unternehmen liegt er gerade einmal bei 20 Prozent.
Zwar haben gesetzliche Standards auf Bundes- und EU-Ebene dazu beigetragen, dass es heute mehr weibliche Dax-Vorstände und -Aufsichtsräte gibt als vor zehn Jahren, doch viele Entscheidungsgremien sind noch immer reine Männerrunden. Vor allem bei Unternehmen, die wenig in der Öffentlichkeit stünden, bleibe der Frauenanteil im Vorstand gering, sagt Ev Bangemann, Expertin für Vielfalt in Führungsteams bei EY.