Inklusion: Beschäftigung von Menschen mit Behinderung fällt auf Rekordtief
Düsseldorf. Die anhaltende Wirtschaftsflaute in Deutschland belastet auch den Arbeitsmarkt von Menschen mit Behinderung. Aktuelle Daten zeigen, dass sie immer weniger in die Arbeitswelt eingebunden werden.
Obwohl Unternehmen und Behörden verpflichtet sind, mindestens fünf Prozent ihrer Stellen mit Arbeitskräften zu besetzen, die einen Schwerbehinderten-Status haben, liegt die tatsächliche Quote deutlich darunter. Nach aktuellen Daten des Inklusionsbarometers Arbeit beträgt sie nur noch 4,4 Prozent – und ist damit so niedrig wie nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2013.
„Der Missstand verfestigt sich weiter“, sagte Christina Marx, Mitglied der Geschäftsleitung der Aktion Mensch, die das Barometer einmal jährlich gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute (HRI) herausgibt. „Wir sehen uns mit einem drastischen Rückschlag für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert.“
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Dies schlägt sich auch bei der Zahl der Arbeitslosen nieder: Im Jahresdurchschnitt 2024 waren rund 175.000 Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung arbeitssuchend gemeldet, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Und der Höhepunkt war damit noch nicht einmal erreicht: Im Oktober 2025 stieg die Zahl auf etwa 185.400, ein weiteres Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.