Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Interview „Coronaschutz ist Chefsache“ – Wie sich Manager jetzt richtig verhalten

Bisher nehmen viele Unternehmen Arbeitsschutz auf die leichte Schulter. Ein Fehler, meint Dekra-Expertin Karin Müller – und nimmt Führungskräfte in die Pflicht.
06.08.2020 - 13:22 Uhr 1 Kommentar
Bei Dekra leitet sie den Bereich „Mensch & Gesundheit“. Quelle: Dekra
Karin Müller

Bei Dekra leitet sie den Bereich „Mensch & Gesundheit“.

(Foto: Dekra)

Was müssen Arbeitgeber derzeit beim Arbeitsschutz beachten? 
Laut Arbeitsschutzgesetz müssen alle Arbeitgeber die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter gewährleisten. Mögliche Risiken müssen in einer Gefährdungsbeurteilung erhoben werden. Dazu gehören sowohl physische Faktoren, wie etwa beim Umgang mit Chemikalien, als auch die psychischen Belastungen. Doch das war auch schon vor Corona in Paragraf 5 des Arbeitsschutzgesetzes vorgeschrieben. 

Aber die Realität sieht anders aus. Der Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung kommen nur sechs von zehn Unternehmen nach, zeigen Ihre Studien. 
Das stimmt. Beim Thema psychische Gesundheit ist das Interesse noch geringer. Die Bundesregierung arbeitet außerdem an einem Gesetz, um die Kontrollen zu verschärfen. Denn Arbeitgeber werden erst wachsam, wenn etwa Kollegen wegen Burn-out in die Frührente müssen. Dabei ist Prävention hier einfach und wirksam. Ähnlich ist das auch beim Coronavirus.

Zu welchen Vorbeugemaßnahmen raten Sie gegen das Coronavirus? 
Grundsätzlich gilt die AHA-Regel – also Abstand, Hygiene, Alltagsmasken. Zusätzlich ist es wichtig, dass Arbeitgeber alle ihre Bereiche auf mögliche Infektionsgefahren hin untersuchen. Zum Beispiel: Wo müssen Personen auf engem Raum zusammenarbeiten? Wie kann das geändert werden? Kann die Belüftung verbessert werden?

Theoretisch sind die Vorgaben klar und in einem Arbeitsschutzstandard vorgegeben. Wichtig ist nun, dass die Umsetzung erfolgt. Wer sich mit dem Thema zu wenig auskennt, sollte sich Hilfe von Experten holen. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Wie sollte sich das Management in Coronazeiten verhalten? 
    Coronaschutz ist definitiv Chefsache. Wenn die Führungskräfte nachlässig sind, wirkt sich das auf die Belegschaft aus.

    „Grundsätzlich gilt die AHA-Regel – also Abstand, Hygiene, Alltagsmasken.“ (Karin Müller, Dekra) Quelle: DigitalVision/Getty Images
    Desinfektion im Büro

    „Grundsätzlich gilt die AHA-Regel – also Abstand, Hygiene, Alltagsmasken.“ (Karin Müller, Dekra)

    (Foto: DigitalVision/Getty Images)

    Aktuell schränken viele Regeln das gewohnte Verhalten der Mitarbeiter ein. Doch alte Verhaltensmuster kehren schnell zurück. Müssen hier Führungskräfte ständig kontrollieren?
    Auf keinen Fall müssen Manager alle halbe Stunde über die Gänge rennen. Besser ist es, das Thema immer wieder zu kommunizieren. Es muss präsent bleiben. Bei der Dekra arbeiten wir mit positiver Verstärkung. Im Intranet danken unsere Vorgesetzten immer wieder den Kollegen dafür, dass sie sich für die Sicherheit einsetzen. 

    Wie sollten Chefs vorgehen, wenn es einen Coronafall im Betrieb gibt? 
    Dazu sollte es in jedem Unternehmen einen Pandemieplan geben, der die nötigen Schritte vorschreibt. Manager müssen die Mitarbeiter sofort informieren, die Kontakt mit dem Verdachtsfall hatten. Insgesamt hat sich unserer Erfahrung nach Transparenz bewährt: Wie viele Fälle sind aufgetreten? Warum haben eventuell Sicherheitsmaßnahmen nicht gewirkt? Es lohnt sich zu prüfen, wie ein Ausbruch entstanden ist. Wir hatten einen Fall, wo sich Kollegen in einem schlecht belüfteten Raum angesteckt haben. Hier konnten wir technisch nachrüsten und haben noch mal den Betrieb zum Thema Lüftung informiert. 

    Was empfehlen Sie für den Umgang mit Dienstreisen
    Wir empfehlen gerade, Dienstreisen möglichst zu vermeiden. Reisen in Risikogebiete wie etwa China oder in die USA sind grundsätzlich untersagt. Wenn es nicht anders geht, dann ist aus hygienischer Sicht das Auto besser als die Bahn. Im Hotel sollen unsere Mitarbeiter zudem die Hygienevorgaben abfragen. Dies alles ist in Dienstanweisungen geregelt. Allgemein gilt, sich und andere möglichst gut zu schützen. Da können Führungskräfte auch an das persönliche Interesse der Mitarbeiter appellieren.

    Mehr: Muss man jetzt zurück ins Büro? – Das sagt das Arbeitsrecht

    Startseite
    Mehr zu: Interview - „Coronaschutz ist Chefsache“ – Wie sich Manager jetzt richtig verhalten
    1 Kommentar zu "Interview: „Coronaschutz ist Chefsache“ – Wie sich Manager jetzt richtig verhalten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • „Coronaschutz ist Chefsache“ wirklich?
      Also, dieses Virus macht mir sicherlich keine Angst aber, dass man es nun unbedingt schützen muss, erschließt sich mir auch nicht. Und dann auch noch von den Chefs persönlich. - Ok, wir leben halt aktuell in einer Welt, die in jeglicher Beziehung aus den Fugen geraten scheint ;-)

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%