Karriere: Wie erkennen Führungskräfte ihre schleichende Degradierung?
Düsseldorf. Plötzlich fallen wichtige Entscheidungen über den Kopf des zuständigen Managers hinweg, er bekommt offiziell Personal und Budget entzogen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte ihm klar werden: Sein Job ist in Gefahr.
Degradieren und demotivieren – „solche Angriffe des Arbeitgebers sollen einen Manager dazu bewegen, einen Aufhebungsvertrag zu akzeptieren und das Unternehmen so schnell wie möglich zu verlassen“, sagt Christoph Abeln. Der Berliner Fachanwalt für Arbeitsrecht vertritt hauptsächlich Führungskräfte in juristischen Auseinandersetzungen.
Unternehmen wollen hohe Abfindungssummen vermeiden und setzen deshalb verstärkt auf unschöne Methoden, um Führungspersonal loszuwerden. Und „die gefährlichste Form davon ist unsichtbar“, so der Jurist.
Anstatt öffentlicher Degradierung und Demütigung komme es zu einer verdeckten Entmachtung, die auf den ersten Blick womöglich sogar noch wie eine Beförderung oder Belohnung wirkt. In seinem jüngst erschienenen Buch „Vom Karriereknick zum Comeback“ hat Abeln die häufigsten Trennungstricks von Arbeitgebern zusammengestellt – und Tipps, wie man sich wehrt.
Nils Schmidt, Jurist und Vorstand des 15.000 Mitglieder zählenden Verbands für Fach- und Führungskräfte (DFK), bestätigt die hohe Aktualität des Themas. „Fast täglich haben wir es mit lang gedienten Führungskräften der ersten und zweiten Ebene aller Branchen zu tun, die subtil aus dem Unternehmen gedrängt werden sollen.“
Die beiden Fachanwälte schildern, woran sich eine schleichende Entlassung erkennen lässt und welche Gegenmaßnahme sich jeweils empfiehlt.