Stille Mitarbeiter: „Bei uns sind es oft eher die Lauten, die weiterkommen“
Berlin. Sophie Schütze arbeitet seit fast sechs Jahren in ihrem Job, und sie ärgert sich, aber sie ärgert sich fast immer leise. Doch nun möchte sie reden. Reden über fehlende Anerkennung, wie das ihre Begeisterung für die Arbeit hemmt und dass sie deshalb schon kurz vor der Kündigung stand.
Schützes Arbeitsalltag bei einer Behörde ist von ruhiger Geschäftigkeit geprägt. Sie ordnet, priorisiert, erstellt Termine, führt Telefonate, prüft die Vollständigkeit von Akten und organisiert fehlende Unterlagen. „Ich habe den Anspruch an mich selbst, dass die Arbeit qualitativ hochwertig ist und fristgerecht erledigt wird“, sagt Schütze.
„Ich weiß, dass ich gute Arbeit mache“, sagt sie. Das vor anderen auch zu vertreten, traut sie sich allerdings nicht. Ihre persönliche Leistung, sagt Schütze, die weder ihren richtigen Namen noch den ihres Arbeitgebers veröffentlicht sehen möchte, werde deshalb kaum gesehen. „Meine Leistung wird zwar genutzt, aber die Anerkennung dafür bekommt jemand über mir.“