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(Foto: Imago)

Steuererklärung Wie Sie aus Ihrem Urlaub für die Steuer eine Dienstreise machen

Schönes mit Nützlichem verbinden: Wir verraten, was Selbstständige alles von ihrem Urlaub in der nächsten Steuererklärung absetzen können.
28.06.2018 - 12:57 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Im Büro wird es immer heißer, und die kühle Brise am nächsten Strand klingt so verlockend wie nie? Zeit für eine Sommerpause! Bei Selbständigen heißt es jedoch oft: Urlaub, was ist das? Sie arbeiten trotzdem am Projekt weiter, weil sie gerade noch einen supereiligen Auftrag reinbekommen haben – viele schleppen die Arbeit dann auch noch mit in den Urlaub.

Die gute Nachricht: Wer das geschickt anstellt, wer Office und Strand verbindet und beispielsweise Urlaubsort und -zeit nutzt, um sich mit neuen Geschäftspartnern zu treffen, kann einige Kosten steuerlich geltend machen. Wie man das am besten tut, weiß Paul-Alexander Thies, Chef des Online-Buchhaltungstools Billomat.

Für den Job einmal nach New York, Mailand oder Barcelona? Da könne es sich lohnen, noch ein paar Tage dran zu hängen und ein bisschen die Stadt zu erkunden. Doch wie sieht es nun mit den Kosten für An- und Abreise, Verpflegung vor Ort oder dem Hotel aus? „Werden Geschäftsreise und Urlaub verbunden, handelt es sich um gemischte Reisekosten, die beim Finanzamt absetzbar sind. Je nachdem wie hoch der private und geschäftliche Anteil der Reise ist, können die Ausgaben anteilig abgesetzt werden“, erklärt Thies. „Sind 75 Prozent der Reise geschäftlich und 25 Prozent privat, können die Kosten also auch zu drei Vierteln eingereicht werden.“ Um überhaupt Reiseausgaben absetzen zu können, müssen jedoch mindestens 10 Prozent der Zeit einen klaren beruflichen Nutzen haben.

Fahrtkosten, Bahncard und Firmenwagen

Auch Kosten für Firmenwagen, Bahncard und Anfahrten können geltend gemacht werden. Wer beispielsweise vom Urlaubsort einmal einen Abstecher in die nächste Stadt zum Geschäftstermin macht, kann diesen Weg steuerlich angeben. Zudem zählt der Firmenwagen zu den Abschreibungsobjekten und darf somit auch privat genutzt werden. Thies: „Diese außerdienstliche Nutzung muss jedoch entweder über ein Fahrtenbuch oder die 1-Prozent-Regel transparent für das Finanzamt sein.“ Mit dem Zug unterwegs? Auch die Bahncard kann bei der Steuer angegeben werden, verrät der Experte. „Wird für berufliche Fahrten über das Jahr so viel gespart, dass sich der Kauf gelohnt hat, kann sie einen auch privat ohne Probleme ins nächste Urlaubsparadies bringen“, so der Billomat-Chef.

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    Verpflegung

    Bei jeder Geschäftsreise kann der Verpflegungskostenmehraufwand abgesetzt werden: Das heißt die zusätzlichen Kosten für Kaffee, Mittagessen und Co. werden steuermindernd über Pauschalen zugelassen. Diese berechnen sich abhängig von Reisezeit und -ziel. Führt der Geschäftstermin nur nach Berlin oder Frankfurt, gilt die Reise erst ab 12 Stunden als absetzbar. Im Ausland variieren die Pauschalen dagegen von Land zu Land.

    Reiseausstattung

    Wer beruflich viel unterwegs ist, hat natürlich auch einen viel größeren Verschleiß an Koffern, Laptoptaschen, Boardcases und anderen Reiseutensilien. Gehen Gepäckstücke verloren oder werden beschädigt, ist ein Neukauf unumgänglich. Paul-Alexander Thies rät: „Diese Ausgaben sind notwendig, um Gewinne zu erzielen und zählen damit zu den Betriebskosten – können also steuerlich geltend gemacht werden.“

    Ferienwohnung

    Jeden Sommer Inselflair auf Rügen oder die Sonne in Italien genießen? Auch Ferienwohnung können unter bestimmten Bedingungen steuerlich abgesetzt werden. „Sind die Gewinne gegen die Ausgaben aufgerechnet, kann das Feriendomizil unter den Werbeausgaben zusammengefasst werden“, erklärt Thies. „Neben den Schuldzinsen, der Abschreibung für den Kaufpreis und die Nebenkosten, zählen auch laufende Kosten, Verwaltungs- und Vermittlungsaufwand sowie Ausgaben für Renovierungen zu den absetzbaren Posten.“

    Entscheidend ist hier natürlich, dass die Ferienwohnung nicht nur selbst genutzt wird – so werden schließlich keine Einnahmen erzielt. Wird die Wohnung dagegen ausschließlich von Gästen gemietet, kann sie zu 100 Prozent abgesetzt werden. Wer jedoch selbst auch ein wenig Urlaubsfeeling haben will, muss laut Thies das Nutzungsverhältnis genau abwägen: „Wird die Wohnung zu mindestens 75 Prozent der am Ferienort üblichen Buchungszeiten an Gäste vermietet, kann der eigene Erholungsort steuerlich abgesetzt werden.“

    Kinderbetreuung in den Ferienzeiten

    Keine Zeit für Sommerurlaub, Schule und Kita haben jedoch zu – wohin also mit dem Kind? Gerade für Selbständige stellen die Ferien immer wieder eine organisatorische und finanzielle Herausforderung dar. Die Betreuung für die Kleinen kann jedoch steuerlich bis zu zwei Dritteln als Sonderausgabe abgesetzt werden. Dabei gilt es zu beachten: „Jährlich dürfen die Kosten für die Kinderbetreuung jedoch 4.000 EUR nicht übersteigen. Einzige Voraussetzungen sind, dass das Kind höchstens 14 Jahre alt ist, es im eigenen Haushalt lebt und, dass der Steuerzahler das Kindergeld bezieht bzw. den Freibetrag in Anspruch nimmt“, sagt Paul-Alexander Thies.

    Sonne, Strand und Steuererklärung

    Fazit

    Neben der wohlverdienten Pause, haben die freien Tage im Jahr also auch echte Steuersparpotentiale zu bieten. Doch auch Selbständige sollten sich die Zeit der Erholung regelmäßig gönnen, ohne ständig auf Abruf zu sein. Ist der ideale Zeitpunkt gefunden, akute Projekte beendet, die Kunden informiert und eine Vertretung organisiert, steht dem Urlaubsfeeling also nichts mehr im Wege.

    Zum Weiterlesen: Urlaub ohne Arbeitsstress Kalter Entzug! Weg von der Arbeit, weg vom Chef, alles hinter sich und das Smartphone auslassen: Das wünsche ich mir für meinen Urlaub. Aber Ferien vom Job und eine digitale Auszeit müssen gut vorbereitet werden – ein Selbstversuch.

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