Untersuchung: Die Frauenquote in Vorständen zeigt erste Wirkung
Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung ist die Vorstandsquote „in jedem Fall ein wichtiges gleichstellungspolitisches Signal“.
Foto: dpaBerlin. Mit dem Spruch „Frauen können alles. Auch Führung“ bejubelte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey zum Jahresbeginn den Beschluss des Bundeskabinetts, eine Frauenquote für Vorstände durchzusetzen. „Wir wirken damit frauenfreien Vorstandszonen entgegen, die wir in 90 Prozent der Fälle immer noch haben“, erklärte Giffey. Freiwillig ändere sich in der Wirtschaft gar nichts.
Seit Giffey gemeinsam mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) vor elf Monaten den Entwurf für das zweite Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) in die Ressortabstimmung gegeben hatte, nutzten die beiden Ministerinnen jede Gelegenheit, für ihr Vorhaben zu werben. Es geht um eine gesetzlich verbindliche Mindestbeteiligung von einer Frau in den Vorständen großer börsennotierter Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern, wenn das Führungsgremium mehr als drei Mitglieder hat.
Nun soll das Gesetz – trotz einigem Widerstand aus der Wirtschaft – kommen, falls es der Bundestag im Laufe des Jahres verabschiedet. Doch ist das wirklich ein „historischer Durchbruch“ auf dem Weg zu mehr Frauen in Führungspositionen, wie Giffey meint? Und wie stark würde der Frauenanteil in Vorständen dadurch potenziell steigen?