Gastkommentar: BASF-Chef Brudermüller: Das ist die Formel für die Energiewende
Der Autor ist Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer (CTO) der BASF SE.
Foto: BASF SEDie Energietransformation hin zur Klimaneutralität, wie sie jetzt der EU-Gipfel erneut bekräftigt hat, ist ein Muss. Es wird aber ein langer und schwieriger Weg, und betriebswirtschaftlich wird diese Umstellung eine echte Herausforderung. Sie fällt einem nicht in den Schoß, sondern braucht unternehmerischen Mut und einen langen Atem. Für die chemische Industrie gilt das ganz besonders, denn sie ist äußerst energieintensiv und mit hohen CO2-Emissionen verbunden.
Trotzdem kann die Transformation gelingen, wenn die Formel stimmt. Sie funktioniert aber nur, wenn man vom Ergebnis her denkt. Die Energietransformation muss bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit beginnen und mit dieser auch zum Abschluss kommen. Wenn man bereits am Start auf Carbon Border Adjustment, ein CO2-Grenzausgleichssystem, bauen muss, dann haben wir schon verloren, bevor wir begonnen haben. Denn das ist das Eingeständnis, dass es nicht unter Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit geht.
Noch immer ist die Politik auf hoher Flughöhe unterwegs, vor allem mit Visionen und Ambitionen. Doch das ist jetzt verstanden. Jetzt muss der schmerzhafte Prozess der Umsetzung beginnen. Wir müssen uns auf die richtige Formel konzentrieren. Das erfordert eine völlig neue Art der Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie und am Ende auch der Gesellschaft.