Gastkommentar: Das größte Konjunkturrisiko ist die Ampel selbst
Geht es nach den Strategen im Kanzleramt, erlebt Deutschland pünktlich zur nächsten Bundestagswahl 2025 einen Konjunkturaufschwung, der seinen Beitrag zur Wiederwahl von Olaf Scholz als Bundeskanzler leisten soll. In den vergangenen Monaten folgte zwar eine wirtschaftliche Hiobsbotschaft nach der anderen. Eine Abwärtsreduktion der Wachstumsprognosen jagte die nächste. Schlechter als die tatsächliche Lage war nur noch die Stimmung im Lande. Doch damit soll nun Schluss sein.
Ein reales Wachstum von 1,5 Prozent ist nächstes Jahr nach fast fünf Jahren Stagnation möglich
Die Vorboten des bevorstehenden Aufwärtstrends sind längst erkennbar: Die Inflation bildet sich rasch zurück. Durch ordentliche Lohnabschlüsse steigen die Realeinkommen und damit allmählich die Kauflaune. Die Energiepreise rangieren mittlerweile deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus. Die Industrieproduktion zieht wieder an – selbst in energieintensiven Branchen wie der Chemie. Die Zinswende ist eingeläutet und mit ihr wohl ein weiteres Erstarken der Bautätigkeit. Selbst der deutsche Handelsbilanzüberschuss ist zurück auf Rekordhöhe und steigt weiter.