Gastkommentar: Frauen früh stärken: Wir müssen den Hebel am Karrierestart ansetzen
Ann Cairns ist Vice Chair von Mastercard und Vorsitzende des „30 % Clubs“.
Foto: Uta Wagner für HandelsblattUnd sie bewegen sich doch, die Dinge: Im kommenden Jahr wird Belén Garijo an die Spitze des Dax-Konzerns Merck rücken und die erste alleinige Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens im deutschen Leitindex sein. Insgesamt ist der Frauenanteil in Führungspositionen gestiegen. So sind die Aufsichtsräte der 200 größten deutschen Unternehmen heute zu gut einem Drittel mit Frauen besetzt.
Auf Vorstandsebene allerdings geht es nur schleppend voran. In allen Dax-Konzernen ist nur jede zehnte Vorstandsposition mit einer Frau besetzt. Zwei Drittel der Unternehmen haben ausschließlich Männer im Vorstand. Hinzu kommt: Rund ein Drittel der größten börsengelisteten deutschen Unternehmen setzt sich nicht einmal ein freiwilliges Ziel für einen Frauenanteil.
Auf den ersten Blick scheint die Geschlechterquote für Aufsichtsräte in Deutschland – wenn auch langsam – zu greifen und auch den Anteil an Vorständinnen leicht nach oben zu schieben. Gleichzeitig gab es aber schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie Anzeichen, dass Unternehmen ihr Engagement nach Erreichen der 30-Prozent-Marke wieder zurückfahren.