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GastkommentarOhne Digitalisierung keine Klimawende

Der Gebäudesektor muss durch smarte Technologien endlich spürbar die Umwelt entlasten, fordert Matthias Hartmann. 20.03.2021 - 14:10 Uhr Artikel anhören

Matthias Hartmann ist Vorstandsvorsitzender von Techem, einem weltweit führenden Anbieter für Energieabrechnungen und Energiemanagement.

Foto: Techem

Das Coronavirus bestimmt erneut maßgeblich die öffentliche Debatte und wird uns noch auf absehbare Zeit begleiten. Dies gilt auch für eine weitere große Herausforderung, die uns nicht nur in dieser Generation beeinträchtigen wird. Die Rede ist vom Klimawandel. Daher müssen wir notwendige wirtschaftliche Impulse durch Corona-Nothilfen sinnvoll für klimaschonende Strukturanpassungen nutzen.

Der Gebäudesektor spielt beim Kampf gegen den Klimawandel eine wichtige Rolle, denn sein Anteil am Energieverbrauch beträgt in Deutschland rund 35 Prozent. Wichtig ist deshalb, dass Investitionen im Gebäudebestand auf Zukunftstechnologien setzen. Klimaneutrales und gleichzeitig bezahlbares Wohnen sind große Herausforderungen, die wir mit intelligenten Lösungen angehen müssen.

Smarte digitale Technologie kann dazu beitragen, Kosten zu senken und die Umwelt zu entlasten. Diese Technologie ist in Corona-Zeiten aktueller denn je: Das Fernauslesen von Verbrauchsdaten beispielsweise erübrigt den Besuch des Ablesers in der Wohnung, was im Übrigen auch die Akzeptanz der digitalen Vernetzung von Mehrfamilienhäusern fördert. Diese Vernetzung schafft die Grundlage für digitale Energieeffizienzlösungen.

Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen und die staatlichen Wirtschaftsförderungsprogramme gezielt für Investitionen in smartes, effizientes und damit auch künftig bezahlbares, klimabewusstes Wohnen einzusetzen. Ohne Digitalisierung keine Energiewende. Bis zu 90 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte fallen allein für die Beheizung der Räume und für Warmwasser an. Modernes Monitoring der Anlagentechnik mithilfe von digitalen Lösungen kann in erheblichem Maße dazu beitragen, diese Ineffizienzen zu beheben.

Fehler können durch Online-Monitoring der Systeme schneller erkannt und behoben werden. Schon der dauerhaft optimale Betrieb eines Heizkessels spart, gestützt auf digitale Monitoring- und Steuerungstechnik, bis zu 20 Prozent Erdgas oder Heizöl ein.

Das verbessert den CO2-Fußabdruck einer gesamten Immobilie schnell und nachhaltig, entlastet nebenbei auch das Portemonnaie der Nutzer – und ist sowohl bei konventioneller als auch bei regenerativer Energieerzeugung sinnvoll. Denn auch alternative Energien verbrauchen Ressourcen, die es unter Klimaschutzgesichtspunkten zu schonen gilt.

Ausschlaggebend muss daher sein, was unmittelbar die größte Einsparwirkung hat. Technologieoffene Lösungen sollten grundsätzlich Vorrang erhalten. Wir sollten auf Verbote verzichten und stattdessen auf Fördermechanismen setzen, wie wir das auch bei der E-Mobilität und inzwischen auch beim Wasserstoff verstärkt machen.

Wichtig ist zudem, dass wir uns vom Blick auf das einzelne Gebäude entfernen und komplette Quartiere ins Auge fassen. Sie bieten mehr Möglichkeiten, Effizienztechnologien und regenerative Energieerzeugung einzusetzen und miteinander zu verbinden.
Schließlich müssen wir das Bewusstsein dafür stärken, was jeder von uns tun kann für einen möglichst effizienten Umgang mit unseren Ressourcen.

Ganz gleich, ob wir mit einem Elektromobil oder klassischer Verbrennertechnologie unterwegs sind, wir alle haben uns daran gewöhnt, jederzeit ablesen können, wie sparsam wir gerade fahren. Wenngleich wir die technischen Möglichkeiten für eine Real-Time-Verbrauchsanzeige auch für unsere Wohnung haben, so ist es heute doch noch Standard, dass irgendwann im Frühjahr nach einer Heizperiode abgerechnet wird.

Kunde erhält wichtige Informationen zu spät

Erst dann erfahren wir, wie gut wir energiewirtschaftlich vor einem Jahr gewirtschaftet haben. Eine wichtige Information, die aber letztlich zu spät kommt. Eine unmittelbare Reaktion ist nicht möglich. Das entsprechende Verbraucherbewusstsein kann nicht aufgebaut werden.

Durch zeitnahe Information über den eigenen Verbrauch kann der Mieter dagegen schneller reagieren und sein Nutzerverhalten innerhalb der Heizungsperiode ändern. Auch das vermeidet nicht nur CO2, sondern hilft darüber hinaus, die Heizkosten zu verringern.

Die tatsächlich vielfältigen staatlichen Unterstützungen sollten ganzheitlich gebündelt werden. Klimaschutz und wirtschaftliche Regeneration nach Corona sind kein Widerspruch, wenn wir die Möglichkeiten intelligent nutzen. Digitale Energieeffizienzlösungen sind ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

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Die erhöhte Akzeptanz und die Konjunkturhilfen im Zuge des Coronavirus sollten wir gezielt für den nächsten großen Schritt in Richtung smartes und klimaneutrales Wohnen nutzen. Jetzt haben wir die Chance zu handeln.

Der Autor: Matthias Hartmann ist Vorstandsvorsitzender von Techem, einem weltweit führenden Anbieter für Energieabrechnungen und Energiemanagement.

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