Gastkommentar: Unternehmen müssen sich an die Post-Corona-Normalität gewöhnen
Der Autor ist Deutschlandchef der Strategieberatung Boston Consulting Group.
Foto: HandelsblattDas schlechte Wetter machte den Aufstieg zur Legende möglich. „Bei Sonnenschein kann man nicht 15 Wagen überholen, wohl aber, wenn es regnet ...“, postete Alexander Sixt, Vorstand des gleichnamigen Mobilitätsunternehmens, zur Coronakrise. Er zitiert die Motorsport-Ikone Ayrton Senna, der sein erstes Formel-1-Rennen bei strömendem Regen gewann – mit großem Vorsprung vor allen anderen.
Führungskräfte sollten sich jetzt Sennas Sicht zu eigen machen. Sie sollten schwierige Situationen als Chance sehen, um notwendige Veränderungen anzupacken. Die Covid-19-Pandemie ist eine solche Chance. Sie eröffnet die Möglichkeit, Unternehmen umfassend zu restrukturieren und zukunftsfähig aufzustellen.
Um in der neuen Realität nach Corona gut aufgestellt zu sein, müssen sich Unternehmen frühzeitig in die Poleposition bringen. Noch im Abschwung sind zwei Dinge entscheidend: schnelles, konsequentes Handeln, was Kosten und Cash angeht – und eine klare Strategie, ein Nordstern, was die mittelfristige Richtung anbetrifft.
Das zeigen auch die Erfahrungen der Finanzkrise. Jene Firmen, die als Top-Performer aus der damaligen Rezession hervorgingen, haben den Grundstein für ihren Erfolg in den ersten zwölf Monaten der Krise gelegt. Das strategische Leitbild war dabei essenziell für die Orientierung von Management und Mitarbeitern – der Nordstern der Neuausrichtung.