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Prüfers KolumneIst Elon Musks Erfolg nur ein öffentlicher Vaterkomplex?

Viele Menschen arbeiten sich lebenslang an ihren chronisch enttäuschten Vätern ab. Sind auch die Milliarden des Tesla-Chefs nur Nebenprodukte seiner Abrechnung?Tillmann Prüfer 16.09.2023 - 11:00 Uhr
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Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Foto: Handelsblatt

Wenn Menschen sehr erfolgreich sind, fragt man sich gerne, warum das so gekommen ist. Oft kommt man auf den Einfluss des Vaters: Michael Jackson hatte einen sehr ehrgeizigen Vater. Heidi Klum auch.

Viele Menschen arbeiten sich ein Leben lang an ihren Vätern ab. Mal ist es der Vater, der ständig enttäuscht ist, dem man es nicht recht machen kann, weil er einfach mehr erwartet hat. Mal ist es der Vater, der einen ständig runterputzt und zur Null erklärt, weil er glaubt, dass man ihm nicht das Wasser reichen könne.

Die Konkurrenz zum Vater scheint ein Motor großer Erfolge zu sein. Offenbar müssen erfolgreiche Menschen sich ständig von übermächtigen Vaterfiguren befreien. Vermutlich sind all die Milliarden, die in Unternehmen erwirtschaftet werden, nur Nebenprodukte von Abrechnungen mit den eigenen Vätern.

Dass einen Arschloch-Vater zu haben ziemlich hilft, selbst erfolgreich zu sein, bestätigt die demnächst erscheinende Biografie über den in Südafrika geborenen Mega-Unternehmer Elon Musk. Darin spielt sein Vater, Errol Musk, eine bedeutende Rolle.

Elon Musk landet im Krankenhaus – der Vater verteidigt seinen Angreifer

Eine traurige Geschichte aus dem Buch: Der junge Elon war von anderen Jungs krankenhausreif geschlagen und eine Treppe hinuntergeworfen worden. Den Beschreibungen seines Bruders Kimbal folgend soll Elon danach ausgesehen haben „wie eine geschwollene Kugel aus rohem Fleisch“.

Seinen Vater soll das aber nicht sehr beeindruckt haben. Er habe sogar das Verhalten des Hauptangreifers gerechtfertigt – dieser habe schließlich selbst kürzlich seinen Vater verloren. Elon Musk berichtet, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus habe er „eine Stunde lang dastehen“ müssen, während sein Vater ihn angeschrien, einen Schwachkopf genannt und ihm erklärt habe, er sei einfach nichts wert. So steht es jedenfalls in der Biografie.

Es gibt zwar auch schwache Anzeichen väterlicher Fürsorge: Der Vater, seines Zeichens Elektroingenieur, zeigte sich kürzlich besorgt, sein reicher Sohn könnte einem Attentat zum Opfer fallen. An anderer Stelle hat Elon Musk allerdings einmal erklärt, sein Vater sei ein „schrecklicher Mensch“, der nahezu jedes Verbrechen begangen habe, das einem einfallen könne. Vielleicht war die vermeintliche Fürsorge also eher eine väterliche Warnung.

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In jedem Fall steht die Beziehung zu seinem Vater unter großer Spannung. Wenn Elon Musk zur Bewältigung aber einen Elektroautobauer zum Weltmarktführer macht, einen Satelliteninternetdienst gründet, einen Weltraumbahnhof baut und schließlich Twitter kauft, wirft das eine Frage auf:

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Bezogen auf den Standort Deutschland hätte diese Nachricht auch etwas Tröstliches: Deutschland scheint ein Land mit sehr netten Papas zu sein.

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