Gastkommentar: Lieber Wohlstand als vermeintliche deutsche Reinheit
In dieser weltgeschichtlich so unruhigen Zeit mit einem drohenden dritten Weltkrieg sollten wir trotzdem nicht ganz den Humor verlernen. In meinem Frühjahrsurlaub habe ich die nachfolgende Ideenerweiterung erarbeitet, die im rechtsextremen Lager vielleicht etwas Nachdenklichkeit und Schmunzeln hervorrufen kann und soll. Ich selbst weiß, dass die Argumentationen nicht so ganz ernst zu nehmen sind, aber ein wenig Nachdenken und ein Augenzwinkern sind ja nicht verboten.
Die rechte Szene in Deutschland sorgt sich um die vermeintliche Reinheit der deutschen Nation und vertritt im Extremfall die These, man müsse Menschen, die aus anderen Weltgegenden zugereist, zugewandert und sesshaft geworden sind, aus Deutschland „hinaus remigrieren“.
Wie unsinnig und letztendlich wohlstandsgefährdend diese Sichtweise ist, zeigt ein augenzwinkernder Blick in die Geschichte, nämlich in die Zeit des Imperium Romanum. Ein Teil dieses imposanten Großreichs machten die Gebiete westlich des Rheins, südlich des Limes und der Donau aus. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gehörten ganz oder teilweise zum Römischen Reich – wohlgemerkt 500 Jahre lang, also etwa 20 Generationen. Der deutsche Teil des Imperium Romanum endete erst 459 bis 461 nach Christus, als Köln von den Franken eingenommen wurde.