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Homo oeconomicus Axel Ockenfels: Die schnelle Impfstoffentwicklung enthält Lehren für die Klimapolitik

Die bisherigen Bemühungen um CO2-Reduktion haben nichts gebracht. Erfolgversprechender wäre eine kraftvolle Forschungsförderung, die gewaltige Innovationskräfte freisetzen kann.
14.11.2020 - 13:39 Uhr Kommentieren
Der Wirtschaftswissenschaftler lehrt seit 2003 als Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität zu Köln. Quelle: privat
Axel Ockenfels

Der Wirtschaftswissenschaftler lehrt seit 2003 als Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität zu Köln.

(Foto: privat)

Die globalen CO2-Emissionen steigen immer weiter an, auch wenn die Coronakrise uns eine kurze Verschnaufpause gewährt hat. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen stellte noch kurz vor der Epidemie ernüchtert fest, dass das aktuelle Niveau der globalen Treibhausgasemissionen fast genau auf dem Niveau liegt, das man für den Fall prognostizierte, dass ab 2005 keine weiteren Anstrengungen unternommen werden. Es ist fast so, als ob die Welt dem Klimawandel gar nichts entgegensetzen könnte oder wollte.

Viele Länder überlassen die Kosten der Bekämpfung des Klimawandels anderen. Manchen fehlt das Geld für eine ambitionierte Klimapolitik. Und altruistische Anstrengungen führen zuweilen nur zu einer Verlagerung der Emissionen: Nicht genutzte Emissionsberechtigungen in einem Land werden im Rahmen des europäischen Emissionshandels in ein anderes Land verkauft; energieintensive Produktion wandert teils in das weniger ambitionierte Ausland ab; und im Verkehr und anderswo eingesparte fossile Brennstoffe können den Verbrauch in anderen Ländern verbilligen. Im Ergebnis subventionieren die Klima-Altruisten teils die CO2-Emissionen der Klima-Egoisten.

Was können wir tun, wenn unilaterale CO2-Vermeidung das Klima nur wenig schützt und die internationale Kooperation bislang versagt? Die wichtigste Antwort ist: forschen. Die Coronakrise zeigt, wozu Spitzenforschung in der Lage ist, wenn sie massive politische Unterstützung erfährt.

Das Versprechen, einen zugelassenen Impfstoff in großen Mengen zu kaufen, führt zu einem Wettkampf um die besten Ideen. So entstehen in Rekordzeit gewaltige Wissensfortschritte, die uns hoffen lassen, dass wir diese globale Krise in den Griff bekommen.

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    In der Klimapolitik spielen Forschung und Entwicklung im Vergleich zu anderen Maßnahmen nur eine kleine Rolle. Doch während selbst die Erreichung der ambitioniertesten CO2-Mengenziele in Deutschland für sich genommen nur eine kleine Delle in der Kurve der globalen CO2-Emissionen schlagen würde, könnten technologische Durchbrüche für die ganze Welt das Blatt im Kampf gegen den Klimawandel wenden.

    Kraftvolle Forschungsförderung

    Schon mit einem geringen Teil des Budgets, das wir heute für die Erreichung „deutscher Klimaziele“ ausgeben, könnte den hellsten Köpfen der Welt Forschungsinfrastrukturen angeboten werden, die die Möglichkeiten von Stanford, Harvard und MIT zusammengenommen übersteigen.

    Auktionen könnten Unternehmen belohnen, die ambitionierte Kostenziele für grüne Technologien unterschreiten. Das Ziel ist, durch Kreativität und Wettbewerb (irgend)eine grüne Technologie so günstig zu machen, dass fossile Brennstoffe wertlos werden. Sobald dies gelingt, ist es fortan im Eigeninteresse aller Länder und Unternehmen, die fossilen Ressourcen in der Erde zu lassen. Internationale Kooperation ist dann überflüssig.

    Der Ausweg aus der Coronakrise ist eine kraftvolle Forschungsförderung, die gewaltige Innovationskräfte freisetzt. Nichts dient der Weltgemeinschaft mehr. Die nationale Klimapolitik kann daraus lernen.

    Mehr: Lesen Sie hier, wie Wasserstoff das emissionsfreie Fliegen ermöglichen soll.

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