Karriere oder Kind?: Warum ich mich weigere, eine Entscheidung zu treffen
Während meiner Schwangerschaft habe ich ein Beratungsgespräch zu Elternzeit und Elterngeld geführt. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob die Aufteilung, die mein Partner und ich uns überlegt haben, möglich ist: Ich gehe zehn Monate voll in Elternzeit, mein Partner acht Monate in Teilzeit. Kurioserweise sprach die Beraterin permanent davon, dass ich zwei Jahre Elternzeit einreichen soll. Ob ich das müsse? „Na ja, du kannst ja in Elternzeit dann bis zu 32 Stunden arbeiten, dann kann dein Arbeitgeber besser planen.“ Ich war verwirrt. Womit planen?
„Aber ich will ja nach den zehn Monaten wieder in Vollzeit arbeiten.“
Die Beraterin machte große Augen. „Also, aus der Perspektive einer Mutter …“
An dieser Stelle musste ich laut lachen. Ich war ja immerhin bereits Mutter, wenn auch eine werdende, aber trotzdem. Und diese werdende Mutter hat sich in den Kopf gesetzt, dass Kind und Karriere vereinbar sein müssen. Ohne dass ich eins fürs andere aufgebe. Dass es schließlich auch einen Vater gibt, der sich um das Kind kümmern würde. Dass es doch bitte keine Selbstverständlichkeit ist, dass eine Frau in Teilzeit arbeitet, sobald sie Nachwuchs bekommt.