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Kolumne Globale TrendsCorona beeinträchtigt die Lebenserwartung noch immer

Scheinbar Covid-Pandemie liegt bereits lange zurück. Dennoch beeinflusste sie die Lebenserwartung nachhaltig. Andere Länder erholen sich diesbezüglich jedoch schneller als Deutschland.Thomas Hanke 07.12.2023 - 16:01 Uhr

Düsseldorf. Fast 180.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid gab es allein in der Bundesrepublik. Zum ersten Mal seit den 70er-Jahren ist die Lebenserwartung in der Republik zurückgegangen, um ein halbes Jahr.

Und eine Trendwende zeichnet sich hierzulande nicht ab. 2022 ist die durchschnittliche Spanne an Jahren, die ein Deutscher zu leben hat, weiter zurückgegangen.

In anderen europäischen Ländern mit einem weniger entwickelten Gesundheitssystem war der Covid-Effekt noch viel verheerender: Die Bulgaren haben im Schnitt fast drei Jahre ihrer Lebenserwartung eingebüßt. Im Durchschnitt der Europäischen Union war es etwas mehr als ein Jahr.

Anders als in Deutschland ist im Mittel der EU die zu erwartende Lebenszeit 2022 aber wieder leicht gestiegen, liegt allerdings noch nicht wieder auf dem Vor-Pandemie-Niveau.

Corona-Pandemie hatte in den USA deutlich schlimmere Auswirkungen

In den USA hatte Covid schlimmere Folgen als im Schnitt in Europa, was die Sterblichkeit angeht. Dort zeigte sich 2022 allerdings eine deutlich andere Entwicklung. 

So haben die Amerikaner im vergangenen Jahr mehr als ein Jahr an Lebenszeit gewonnen. Wie das Nationale Zentrum für Gesundheitsstatistiken vergangene Woche schrieb (Vital Statistics Rapid Release, Number 31, November 2023, cdc.gov), geht das zu mehr als vier Fünfteln auf weniger Sterbefälle infolge des Coronavirus zurück.

Die Zunahme der Lebenserwartung verteilt sich auf der anderen Seite des Atlantiks höchst ungleich auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die „Indian and Alaska Natives“ verzeichneten den größten Zugewinn.

Bei ihnen hatte Covid die Sterblichkeit aber auch am stärksten erhöht. Und sie haben immer noch mit großem Abstand die niedrigste Lebenserwartung von allen in den USA: lediglich 67,9 Jahre. Das sind zehn Jahre weniger als bei der weißen Bevölkerung.

Erneut zahlreiche schwere Covid-Fälle

Warum aber hat in Deutschland die Lebenserwartung 2022 weiter abgenommen? Das Statistische Bundesamt sieht eine Ursache in einer hohen Zahl von Covid-Erkrankungen mit schwerem Verlauf vor allem zum Anfang und zum Ende des Jahres.

Zweite Ursache: In den Sommermonaten habe es aufgrund der außergewöhnlich hohen Temperaturen eine weit über dem langjährigen Durchschnitt liegende Zahl von Hitzetoten gegeben. Die vom Menschen verursachte Erderwärmung – von einer nicht ganz unbedeutenden Partei namens AfD standhaft geleugnet – hat schon heute und auch bei uns tödliche Folgen.

Und was hat es mit der aktuellen Krankheitswelle auf sich? Das Robert Koch-Institut macht dafür eine wieder steigende Zahl von gravierenden Infekten der Atemwege verantwortlich, vor allem von schweren Covid-Erkrankungen und in geringerem Maß von RSV-Infektionen (Respiratorisches Synzytial-Virus, 2023-47.pdf, rki.de). Die klassische Grippe spiele dagegen nur eine sehr geringe Rolle.

Wie gerne würden wir Covid vergessen – doch noch ist es offenbar zu früh dafür. Dank Impfung und Fortschritten in der Behandlung ist der Verlauf immerhin viel seltener lebensbedrohend, als es 2020 und 2021 der Fall war.

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Erstpublikation: 06.12.2023, 12:16 Uhr.

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